Betrug in Schweizer Casinos 2

Betrug in Schweizer Casinos 2

30 Dez 2011 | 09:01 Autor: Pia, Harald

In diesem Blogbeitrag geht es um eine russische Gruppierung, der es gelang die Automaten der Firma Novomatic in verschieden Schweizer Casinos zu plündern.

Laut einem Bericht des Schweizer Fernsehens war eine russische Bande in mehreren Schweizer Casinos auf Beutefang gegangen. Von dem Raubzug sollen die Geräte des österreichischen Glückspielkonzerns Novomatic betroffen gewesen sein. Mittlerweile wurden Sicherheitsupdates installiert, der Konzern selbst bereitet eine Stellungnahme zu diesen Vorfällen noch vor.

Die russische Bande wird verdächtigt, Automaten in verschiedenen Schweizer Casinos geplündert zu haben, berichtete kürzlich die Sendung "10 vor 10" des Schweizer Fernsehens. Betroffen seien zwei Gerätetypen des niederösterreichischen Glücksspielkonzerns Novomatic. Entsprechende Sicherheitsupdates seien inzwischen installiert worden. Die Schadenssumme stehe noch nicht fest.

Im Januar 2011 war der Schweizer Polizei ein mutmaßlicher russischer Betrüger ins Netz gegangen, bestätigte Jean-Marie Jordan, Direktor der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK), dem Schweizer Fernsehen. Der Russe sei vorübergehend verhaftet worden, ein Verfahren eröffnet. Es fehlten aber noch wichtige Informationen.

Anfang Februar hatte Jordan schließlich Alarm geschlagen. In einem Schreiben, das SF zeigte, warnte er alle Schweizer Casinos, dass „innerhalb diverser Spielbanken mehrere mutmaßliche Betrugsfälle beobachtet wurden. Die verdächtigen Personen russischer Nationalität (St. Petersburg) spielen an Novomatic Glücksspielautomaten des Typs 'Gaminator' oder 'Supergaminator'“, hieß es darin. Die Eidgenössische Spielbankenkommission forderte die Spielbanken desweiteren auf, „umgehend die nötigen Vorkehrungen (...) zu treffen.“

Die russische Bande hatte laut SF auch das Grand Casino Baden in der Schweiz heimgesucht, allerdings war das Unternehmen vorgewarnt worden und die Überwachungskamera verfolgte die Verdächtigen auf Schritt und Tritt. Man habe jedoch keine Ungereimtheiten feststellen können, wird der Chef des Schweizer Casinos, Detlef Brose, zitiert. Sein Casino sei nicht geplündert worden.

Laut SF weiß die Kontrollbehörde nicht, wie die Automaten manipuliert oder gehackt wurden. Daher sei auch die Höhe des Schadens noch nicht bekannt. Jordan habe sich nicht dazu äußern wollen, welche Schweizer Casinos abgezockt wurden.

Die ESBK hat die Casinos dem Fernsehbeitrag zufolge zu einem Update der Software gedrängt. „Dieses Update haben wir inzwischen aus Sicherheitsgründen eingespielt“, so Brose. Nun hoffen die Casinobetreiber, dass die neue Software nicht mehr geknackt werden kann.

Dem Casinos Austria, die in der Schweiz drei Spielbanken (St. Moritz, Bern und Lugano) betreiben, sind die mutmaßlichem Manipulationen an Glücksspielautomaten „seit längerem bekannt“, sagte Konzernsprecher Martin Himmelbauer auf APA-Anfrage. „Wir haben schon Vorkehrungen getroffen. Welche das sind, sagen wir natürlich nicht.“

Der niederösterreichische Glücksspielkonzern Novomatic hat der APA in der Zwischenzeit schriftlich bestätigt, „dass einige Schweizer Spielbanken technische Probleme mit unseren Automaten gemeldet haben. Nach bisherigen Ermittlungen könnte es Versuche gegeben haben, unter Einsatz verbotener technischer Hilfsmittel rechtswidrig Spielvorteile zu erlangen. Trotz intensiver Untersuchungen lägen aber keinerlei Hinweise auf technische Mängel bei Novomatic-Geräten vor. Dem Unternehmen sei bis dato kein Schaden entstanden. Es gebe keinerlei Sicherheitslücken, daher würden keine Automaten ausgetauscht. Wie in der Industrie üblich, werden unsere Software-Programme laufend upgedatet und den Kunden die Updates bei Bedarf zur Verfügung gestellt.“

Ob Novomatic auch in anderen Ländern bzw. bei anderen Gerätetypen mit derartigen Problemen konfrontiert ist und wie viele Automaten der aktuell betroffenen Typen „Gaminator“ oder „Supergaminator“ weltweit im Umlauf sind, wollte das Unternehmen nicht bekanntgeben: „Über die Anzahl einzelner Produktgruppen im Markt geben wir aus Wettbewerbsgründen sowie aus Geheimhaltungsgründen keine Auskunft.“

Als großer Hersteller von Glücksspielgeräten sei man wie andere Hersteller auch „mit diversen rechtswidrigen Angriffsversuchen Dritter konfrontiert, denen wir präventiv und aktiv begegnen.“

Der in der Schweiz aktiven Russenbande dürfte es gelungen sein, den Zufallsgenerator, sozusagen das Herzstück eines jeden Glücksspielautomaten, auszutricksen. Mithilfe eines Geräts oder Programms konnten die mutmaßlichen Betrüger offenbar vorhersagen, wann die Glücksspielautomaten den nächsten großen Gewinn ausspucken. Details sind noch nicht bekannt, die Schweizer Behörden ermitteln noch, bei der zuständigen Spielbankenkommission ESBK war vorerst niemand mehr erreichbar.

 

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