Casinos in Deutschland: Bad Ems

Casinos in Deutschland: Bad Ems

26 Mär 2010 | 11:00 Autor: Pia, Harald

Die Spielbank Bad Ems ist die älteste Spielbank Deutschlands. Bereits seit 1720 nutzen die Gäste der Kurstadt das Kurhaus auch dazu, dem Glücksspiel zu frönen. Im schönen Kurhaus untergebracht stehen den Spielern in der Spielbank Bad Ems Roulette, Black Jack und Poker Tische zur Verfügung.

Auch das Automatenspiel kommt nicht zu kurz, denn neben einer großen Roulette Anlage mit acht Stationen gibt es Bingo- und Pokerautomaten sowie weitere Slotmaschinen. Für das Spiel an den Automaten im Casino ist legere Kleidung völlig ausreichend, im klassischen Spiel sollte es dann aber doch die gepflegte Garderobe sein.

Kurort mit berühmten Gästen

Bad Ems ist auch außerhalb des Glücksspiels eine Reise Wert. Die alte Kurstadt liegt zwischen Taunus und Westerwald und Teilen des Rheinischen Schiefergebirges. Der Naturpark Nassau umschließt die Stadt. Das macht sie für den Tourismus und für Erholungssuchende zu einem starken Anziehungspunkt.

Bereits im Jahre 1474 wurde in Bad Ems ein Badehaus mit acht Baderäumen gebaut. Im 17. und 18. Jahrhundert war Bad Ems einer der berühmtesten Badeorte Deutschlands. Seine Glanzzeit erlebte der Ort jedoch im 19. Jahrhundert als „Weltbad“ und Sommerresidenz verschiedener europäischer Monarchen und Künstler.

So waren unter anderem der Komponist Richard Wagner, die Pianistin Clara Schumann, der Schriftsteller Fjodor Dostojewski, der Dichter Johann Wolfgang von Goethe, die Zaren Nikkolaus I. und Alexander II. und viele weitere Prinzen, Könige und Monarchen zu Gast.

Dostojewski und das Spiel

Den Schriftsteller Fjodor Dostojewski verbindet mit Bad Ems nicht nur das von ihm als lebensverlängernd bezeichnete Kuren, sondern vor allem auch das Spiel in der Spielbank der Stadt. Schon seit 1863 spielt der Schriftsteller Roulette [LINK], ein Spiel, das für ihn zur Sucht wird und beinahe sein Leben zerstört hätte.

Auch während seiner mehrwöchigen Aufenthalte in Bad Ems in den Jahren 1874, 1875, 1876 und 1879 ging er seiner gefährlichen Leidenschaft nach und verspielte nicht selten hohe Geldsummen. Seine Erlebnisse verarbeitet er in seinem berühmten Buch „Der Spieler“, das er seiner späteren Ehefrau Anna innerhalb von 26 Tagen diktiert, um an Geld zu kommen.

Wenn Sie nun Lust auf etwas Erholung und Abwechslung bekommen haben, statten Sie der Kurstadt Bad Ems und seiner Spielbank doch einmal einen Besuch ab. Es lohnt sich.

Öffnungszeiten und Anreise

Geöffnet hat die Spielbank Bad Ems im klassischen Spiel täglich von 18 Uhr bis 2 bzw. 3 Uhr und im Automatenspiel täglich ab 17 Uhr bis 1:30 Uhr sowie Freitag, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 13 Uhr bis 1:30 bzw. 2:30 Uhr.

Der Eintritt zur Spielbank kostet für das klassische Spiel 2,50 Euro, für das Automatenspiel 1 Euro. Senioren ab 65 Jahren erhalten freien Eintritt zum Casino. Wichtig für alle Besucher, die das erste Mal Casinoluft schnuppern und vielleicht noch kein Spiel wagen möchten: Auch das ist kein Problem, im Casino herrscht keine Spielpflicht, Sie können auch einen Drink an der Bar zu sich nehmen und die Atmosphäre genießen. Vermeiden sollten Sie nur, an den Spieltischen herumzustehen und den Spielablauf zu stören. Wenn Sie eine Einführung in die Welt des Glücksspiels möchten, so fragen Sie einfach an der Rezeption der Spielbank danach. Die Spiele werden Ihnen dann von erfahrenen Croupiers erklärt.

Zu finden ist die Spielbank im Kurhaus unter folgender Adresse:

Spielbank Bad Ems
Römerstraße 8
56130 Bad Ems

 


 

Casino Bad Ems - Kurort, Kaiserbad und Katastrophe

Die Spielbank Bad Ems ist das älteste, das traditionsreichste Casino in Deutschland.  Schon seit 1720 nutzen die Kurgäste von Bad Ems ihren Kuraufenthalt dazu, sich auch im Glücksspiel zu versuchen. Könige, Prinzen, Monarchen, unter ihnen die Zaren Nikolaus I und Alexander II, der Komponist Richard Wagner, die Pianistin Carla Schumann, Johann Wolfgang von Goethe, die Liste von berühmten Persönlichkeiten, die sich in den Analen von dem  Casino Bad Ems verewigten, ist beeindruckend.

Mich bewegte an diesem Abend jedoch nur ein früherer Gast des Casino Bad Ems, der Schriftsteller Fjodor Dostojewski. Während seines vierjährigen Auslandsaufenthaltes mit seiner zwanzig Jahre jüngeren Frau spielte er in den Spielbanken von Wiesbaden, Bad Homburg, Baden-Baden und Bad Ems. Entgegen der weit verbreiteten Annahme, Dostojewski habe große Beträge am Roulettetisch verloren, war er ein Spieler des kleinen Einsatzes, der sich oft tagelang mit dem Geld eines gerade verpfändeten Kleides seiner Frau begnügte. Dostojewski hat nie deshalb gespielt, weil seine Schriftstellerhonorare nicht ausgereicht hätten. Im Gegensatz zu mir, dessen Tantiemen bisher nicht genügen, um alleine davon leben zu können.

Seine Ideen von Charakteren, die ihre Vorstellungen vom Sein und der Welt, über die Wirklichkeit selbst stellen, um dann zu erfahren, dass die Realität sich doch komplexer, humaner und reicher als ihre vorgegeben Ideale zeigte, hat auch meinen Anspruch als Schriftsteller geprägt.

Noch heute nehmen Wiesbaden, wo Dostojewski selbst erstmals spielte und Bad Homburg, das er gleichfalls öfters besuchte, für sich in Anspruch, Vorbild von Roulettenburg zu sein, dem Handlungsort seines bekanntesten Romans „Der Spieler“.

Seine Beschreibung der Sucht und der Aussichtslosigkeit sich bessern zu können, sind jedoch vergleichbar harmlos, gegenüber der vernichtenden Dramaturgie der Existenzen, die ich bis zu diesem Zeitpunkt, schon habe radikal scheitern gesehen.

Weder in Wiesbaden, Baden-Baden noch Bad Homburg setzte ich mich geistig mit Dostojewski auseinander. Nur in Bad Ems, als ich auf dem Weg zur Spielbank über eine im Boden eingelassen Tafel mit seinem Namen schritt, dominierten seine Geschichten meine Gedanken.
Keine  Entschuldigung für das, was dann geschah. Für mein Versagen, für mein Degenerieren!

Wenn ich von Gefahren spreche, wenn ich euch vor einer psychischen Schwächung warne, wenn ich euch sage, dass ihr euer größter Gegner im  Spiel mit meiner Roulette Gewinn-Strategie seid, dann aus eigener Erfahrung.

Ich war allein, vollkommen allein, als ich um 20.00h das Casino Bad Ems betrat. Kein Spieler verlor sich an dem einzigen geöffneten Französischen Roulettetisch, nur seine vier Croupiers schauten mich erwartungsvoll an. Direkt neben der Kasse, an der man seinen Eintritt bezahlt, liegt auch die Kasse um die Jetons einzuwechseln. 3.500 Euro an Chips befanden sich schon in meiner Tasche, als ich den leeren Innenraum betrat.

Gehen, umdrehen, Geld zurückwechseln und gleich das Casino wieder verlassen, so heißt meine Anweisung für euch in solchen Situationen, und das gleiche gilt selbstverständlich auch für mich. Doch ich gehorchte nicht diesem, alles bestimmenden Grundsatz, sondern wartete. Nervös drehte ich die Jetons zwischen meinen Händen. Jede abgelaufene Minute verführte mich mehr schwach zu werden, auch einfach mal nur zu spielen. Soviel hatte ich mir doch schon hart erarbeitet. 50 Euro auf schwarz oder rot, einfach nur spielen, das war doch legitim. Wenn ich gewann würde ich sofort gehen, und bei Verlust hörte ich umgehend auf.

Vielleicht verarbeitete ich noch unbewusst Gedanken an das Buch „Der Spieler“. Vielleicht war es auch dieses Gefühl, nicht unverrichteter Dinge wieder abzureisen Vielleicht, vielleicht! Jede Achtsamkeit in mir erlahmte, jede Dringlichkeit, dass ich nur nach meinem System spielen durfte, wurde von mir verdrängt.  Sei vorsichtig. Spiel nur wenn du sicher bist.

Alles verklang, als nicht beeinflussende Erinnerung. Ich verlor, mutierte und setzte wieder auf Schwarz. Es kam rot. Ich  verdreifachte auf Schwarz. Es kam rot. Keine Besinnung auf alles gelernte, ich spielte immer weiter. Alles auf schwarz, es kam rot.

Es war nicht das verloren Geld was mich so schockierte, es war dieses bewusste Abweichen von vorgegeben, erfolgserprobten Regeln.

Stärkt permanent eure Psyche, nehmt alle Anregungen, die ich euch in meinen Blogbeiträgen gebe, sehr ernst. Einmal nur habe ich so versagt, doch es sollte niemals geschehen.

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