Edge Sorting – Alles, was Sie wissen müssen

Edge Sorting – Alles, was Sie wissen müssen

12 Jan 2017 | 11:09 Autor: Melissa Körner

Das so genannte „Edge Sorting“ ist eine Technik, mit der Kartenspieler Unregelmäßigkeiten im Druck auf der Rückseite von Spielkarten erkennen können. Diese Unregelmäßigkeiten können versierte Spieler zu ihrem Vorteil nutzen!

Das Edge Sorting ist eine der Methoden, die Spieler in die Lage versetzt, den Spielverlauf zu ihrem Vorteil zu begünstigen. Das tun sie, indem sie die natürlichen Unregelmäßigkeiten auf der Rückseite von Karten erkennen, die durch das Zuschneiden der Karten in der Produktion entstehen können.

Alle Karten sollten eigentlich so zugeschnitten werden, dass das Muster an den Kanten mit dem auf der jeweils gegenüberliegenden Seite übereinstimmt. Gibt es an diesen Schnittkanten Unregelmäßigkeiten im Muster, können geschulte Spieler diese Abweichungen dazu nutzen, bestimmte Karten zu erkennen, die für das Spiel von Interesse sind. So können sie das ganze Spiel zu ihren Gunsten verlaufen lassen.

Das Edge Sorting ist also eine Möglichkeit, die es dem Spieler erlaubt, die Karten zu sortieren. Die Spieler erkennen den Wert der Karten und können dieses Wissen nutzen, um ihre Wetten zu verbessern und das Spiel zu gewinnen. Es bedeutet also eigentlich nur, dass die Spieler den Fehler des Kartenherstellers ausnutzen, um sich einen Vorteil im Spiel zu verschaffen.

 

Edge Sorting im Video

Hat Phil Ivey im Borgata Casino Edge Sorting genutzt, um sich einen Vorteil zu verschaffen?

Edge Sorting ist für die Casinos eine ziemlich große Gefahr. Es gibt international bekannte Spieler, die mit Hilfe dieser Technik Millionenbeträge in einigen sehr renommierten Casinos gewinnen konnten. Edge Sorting kann in Spielen wie Blackjack, Poker, Baccarat, Caribbean Stud, Mississippi Stud und anderen genutzt werden. Ein Kartenhersteller, Gemaco, dessen Karten in der Vergangenheit als fehlerhaft eingestuft wurden, hat wohl schon vielen Spielern dazu verholfen, sich einen Vorteil gegenüber der Bank zu verschaffen.

Edge Sorting ist nicht schwierig – vorausgesetzt man hat ein gutes Auge und einen scharfen Verstand. Alles was Sie tun müssen, ist das Muster auf der Rückseite der Karten zu prüfen. Auf diesen Karten, deren Rückseiten das gleiche Muster haben, können Sie am linken und rechten Rand oder an der oberen und unteren Kante Asymmetrien erkennen.

Die beiden Karten zeigen am linken Rand einen ganzen Diamanten, an der rechten Seite einen halben.

Edge Sorting erklärt

Diese Asymmetrie kann auch bei Karten auftreten, deren Kanten langsam verblassen.

Edge Sorting erklärt

Diese Kanten führen zu einer gewissen Asymmetrie, die die Spieler auf der oberen und unteren oder auf der linken und rechen Kante erkennen können.

Das Edge Sorting konzentriert sich in der Regel auf jene Spiele, in denen bestimmte Gruppen von Karten mehr Wert haben als andere – was in nahezu allen Kartenspielen der Fall ist. Daher macht das Edge Sorting fast alle Kartenspiele verwundbar. Die Spieler, die das Edge Sorting beherrschen, können alle wichtigen von den übrigen und relativ unwichtigen Karten unterscheiden.

 

Und so wird’s gemacht

verschiedene Rückseiten der Karten

Spieler, die das Muster an der linken und rechten Kante erkennen, richten die Karten so aus, dass z. B. alle ganzen Diamanten auf einer Seite liegen. Sie könnten nun sagen, dass diese Karten die wichtigen Karten sind. Die halben Diamanten entlang der selben Kante gehören dann zu den übrigen unwichtigen Karten.

Die Spieler versuchen, alle Karten zu sortieren und versuchen die Gruppe zu identifizieren, in die sie gehören. Danach können sie entscheiden, in welche Richtung die Ränder der Karten zu ihren Gunsten gedreht werden müssen. Diese Kanten werden bevorzugt, so lange die Karten des Decks genau so ausgerichtet bleiben.

Beim Baccarat zum Beispiel sind die vier wichtigsten Karten die 6, 7, 8 und 9. Wenn der Spieler weiß, dass die erste Karte, die ausgegeben wurde oder werden wird, aus dieser Gruppe stammt, kann er sein Geld auf die Spieler-Hand oder auf die Banker-Hand setzen.

Das Edge Sorting kann dem Spieler dabei helfen, einen Vorteil von 6,76 Prozent gegenüber der Bank zu erzielen. Das ist mehr als genug, um das Spiel zu ihren Gunsten zu verändern. 

Die vollständigen Baccarat-Regeln hier nachlesen

Werden die Karten beim Black Jack auf ähnliche Weise gemischt, kann der Spieler wichtige Informationen über die Hole Card des Dealers erlangen oder über die nächste Karte, die von der Oberseite des Decks ausgespielt wird. Der Spieler kann auch in der Lage sein, die Karte, die in der nächsten Runde ausgespielt wird, zu erkennen. Ein weiterer Vorteil, den ein Spieler haben kann: Schafft er es zu erkennen, dass die erste Karte ein Ass oder eine 10er-Wert-Karte ist, kann er sich einen Vorteil von 18 Prozent über die Bank verschaffen.

Das bedeutet, dass der Spieler in diesem Fall einen sehr guten Einsatz machen kann. Er kann außerdem eine gewisse Menge an Informationen über die Karte gewinnen, wenn er als erstes im Spiel seinen Einsatz machen kann. Dann kann er entscheiden, wie sein Einsatz ausfallen wird und diese Entscheidung kann den weiteren Spielverlauf positiv beeinflussen.

Das Edge Sorting kann den Spielern also wirklich dabei helfen, das Spiel bis zu einem gewissen Grad zu verbessern. Allerdings kann das Edge Sorting ganz schnell umsonst gewesen sein, wenn die Karten im Mischverfahren umgedreht werden. Das passiert zum Beispiel, wenn die Karten beim Mischen in zwei Stapel geteilt werden. Einer davon wird um 180 Grad gedreht und schon kann es mit der Sortierung vorbei sein, denn die Kanten sind nun vertauscht und der Spieler verliert sein Muster. Eine Drehung in der Mischtechnik kann also der Todesstoß für das Edge Sorting sein.

 

Das Rezept für gutes Edge Sorting

  1. Alle Rückseiten der Karten haben ein deutlich sichtbares asymmetrisch wiederholtes Muster.
  2. Edge Sorting funktioniert nur, wenn die Rückseite von einer oder mehrerer Karten betrachtet werden kann, bevor eine Entscheidung getroffen wird.
  3. Edge Sorting funktioniert nur, wenn es eine festgelegtes Verfahren für den Spielverlauf und das Ausgeben der Karten gibt. Nur so ist garantiert, dass das Edge Sorting für die nächste Runde erhalten bleibt, auch wenn die Karten von den Spielern wieder eingesammelt werden.
  4. Das Mischen muss so erfolgen, dass es keine Drehung um 180 Grad erhält, denn das würde das Edge Sorting stören.
  5. Niemand außer dem Dealer und den Spielern dürfen mit den Karten im Deck in Berührung kommen.
  6. Und zu guter Letzt der wichtigste Faktor: die Mitarbeiter vor Ort und die Security kennen diese Methode nicht erkennen.

Edge Sorting gilt bei vielen als illegal, denn es scheint dem Markieren von Karten sehr ähnlich – doch es ist eben nicht genau das selbe. Beim Edge Sorting werden die Karten nicht markiert. Die Spieler nutzen einfach nur die Unregelmäßigkeiten auf den Karten zu ihrem Vorteil aus. Um es kurz zu fassen: Beim Edge Sorting nutzen die Spieler das Aussehen der Karten, um das Spiel zu ihren Gunsten zu verändern ohne dass die Casinos davon etwas merken.

Zwar könnte man sagen, dass es die Schuld des Kartenherstellers ist, denn sie sind es, die die Karten unbeabsichtigt „markieren“ oder sie auf ein richtiges symmetrisches Muster zuschneiden. Trotzdem ist das Edge Sorting heute illegal und viele Casinos können Spieler verklagen, wenn sie vermuten, dass sie da Edge Sorting für sich genutzt haben. Dennoch bleibt es für viele Spieler verlockend...

Edge Sorting erklärt

Edge Sorting erklärt

 

Glücklicher Phil

glücklicher Phil IveyEdge Sorting hat es im Jahr 2012 endgültig in die Casinos geschafft. Zwar war es in der Szene schon seit mehr als 20 Jahren bekannt, doch nur wenige Menschen kannten sich wirklich damit aus. Inzwischen hat fast jeder schon mal vom Edge Sorting gehört. Schuld daran ist Poker-Profi Phil Ivey, dessen Edge Sorting Fall aus dem Jahr 2012 an die Öffentlichkeit gelangt ist. Phil Ivey war in der Lage, das Croakfords Casino um 12 Millionen Dollar und das Borgata Casino um 10 Millionen Dollar „leichter“  zu machen. Phil ist ein hochkarätiger Casino-Spieler und nach einem so großen Gewinn wurde er beschuldigt, Edge Sorting genutzt zu haben, was Ivey auch zugegeben hatte.

Phil Ivey wurde zu einer hohen Geldstrafe verurteilt, das Croakfords Casino verweigerte ihm außerdem etwa 80% des Gewinns.

 

Trauriger Phil

trauriger Phil IveyIm Borgata Casino hat Phil Ivey 10 Millionen Dollar gewonnen. Wenn man sich das Video genau anschaut sieht man, dass der darum gebeten hatte, das selbe Kartendeck am darauf folgenden Abend zu verwenden, mit dem auch am ersten Abend gespielt wurde. Er und sein Partner hatten auch nach einer automatischen Kartenmisch-Maschine gefragt, bei der im Mischvorgang vor der nächsten Runde keine 180°-Drehung erfolgt. „Aberglaube“ war die Ausrede, die Ivey und sein Partner für jede dieser Aktivitäten verwendet hatten.

Irgendwann kam das Casino Ivey auf die Schliche und erkannte, dass er die bekannte Technik des Edge Sortings angewendet hatte. Daraufhin verklagte das Borgata Casino Phil Ivey.

 


UPDATE, 12.01.2017:

Im Dezember 2016 kam es dann zum lang erwarteten Gerichtsurteil im Fall Ivey gegen das Borgata Casino. Der Bundesrichter Noel Hillman hat Ivey dazu verdonnert, mehr als 10 Millionen Dollar an das Borgata hotel Casino & Spa in Atlantic zurückzuzahlen.

Interessant an der Entscheidung des Richters: Er sagte deutlich, dass Ivey beim Baccarat nicht gegen Regeln verstoßen oder gar betrogen habe. Er habe lediglich einen "beiderseitigen Casino-Betrag verletzt".

Iveys Anwalt, Ed Jacobs, will sich mit diesem Urteil natürlich nicht zufrieden geben. Zwar hat es ein Gutes, dass Ivey nicht wegen Betrugs verurteilt wurde, aber die Entscheidung des Richters würde Jacobs zufolge bedeuten, dass "es einem Spieler praktisch untersagt" sei, "seine Fähigkeiten und seine Intelligenz sowie die eigene Sehschärfe zu nutzen, um das Casino zu schlagen."

Der Streit um Phil Iveys Fähigkeiten beim Edges Sorting geht also in die nächste Runde.

Ende des Updates


 

Phil Ivey diskutiert Edge Sorting bei 60 Minutes Sports

Casinos und Kartenhersteller müssen Kontrollen einführen, um möglichem Betrug entgegen zu wirken!

Das Edge Sorting kann den Spieler in große Gefahr bringen und sollte deshalb vermeiden werden. Es gibt notwendige Schritte, die die Casinos und die Kartenhersteller gehen sollten, um das Edge Sorting zu verhindern. Ein wesentlicher Punkt, den wir hier anbringen möchten: Spieler, die Edge Sorting betreiben sind lediglich schlaue und gute Beobachter – sie müssen nichts weiter tun als die Rückseiten der Karten genau zu identifizieren. Es sind die Kartenhersteller, bei denen die Schuld liegt.

Diese Hersteller sollten reinen Tisch machen und Karten herstellen, die wiederholte symmetrische Muster haben und keine halben Diamanten oder Kreise an einer Kante; oder unregelmäßig auslaufende Bereiche an den Rändern der Karte. Ein einfaches Beispiel wären zum Beispiel vollflächig einfarbige Karten.

Wenn dies geschehen ist, ist das Edge Sorting in den Casinos Geschichte und die Spieler können wieder fair spielen.

 

Einfache Lösung?

Es gibt schon einen Ansatz, den einige Kartenhersteller eingeführt haben: Sie versehen die Muster au fden Rückseiten der Karten immer mit einem weißen oder schwarzen Rand. Damit soll die raffinierte Technik des Edge Sorting verhindert werden. Das Schneiden der Karten soll auch symmetrisch und bei allen Karten gleich sein. Den wenn der Schnitt unsachgemäß ausgeführt wird, können Fehler im Muster auf den Karten entstehen. Druck- und Schnittverfahren sollten optimal und fehlerfrei sein, um dem Edge Sorting einen Riegel vorzuschieben.

Auch die Casinos können etwas tun, um Edge Sorting zu verhindern. Dabei ist es ganz egal, ob die Rückseite der Karten symmetrisch ist oder nicht: Die Karten sollten beim Mischen in jedem Kartenspiel vor jeder Runde  immer gedreht werden. Wird eine automatische Mischmaschine verwendet, sollte eine manuelle Drehung eingeführt werden. Dieser Vorgang macht jeden Edge Sorting Versuch absolut zunichte.

Ein weiterer Punkt, den die Casinos unbedingt einführen sollten: Das Deck sollte nach Abschluss des Spiels vollständig zerstört und nicht für ein weiteres Spiel (z. B. am nächsten Abend, wie es bei Phil Ivey der Fall war) verwendet werden dürfen. Phil Ivey hatte den Dealer aufgefordert, das Deck für den nächsten Abend aufzubewahren. Ein Wunsch, der absolut nicht der Politik des Casinos entsprach und dem trotzdem nachgegeben wurde. So war Ivey in der Lage, 10 Millionen Dollar mit Hilfe des Edge Sorting zu gewinnen.

Angesichts des letzten großen Casino-Falles werden die großen Spieler da Edge Sorting wohl eher nicht weiter verfolgen – so verlockend es auch sein mag. Denn sie könnten Gefahr laufen, wegen Betrugs verklagt zu werden. Darüber hinaus sind auch die Casinos nun aufmerksamer geworden, was die Muster auf den Rückseiten der Karten angeht. Die produzierenden Unternehmen und auch die Casinos sind vorsichtiger geworden und achten verstärkt auf Druck- und Schneidetechniken.

 

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