Das Labouchere Wettsystem

Das Labouchere Wettsystem

12 Apr 2016 | 09:08 Autor: Melissa Körner

Sind wir mal ehrlich: Beim Glücksspiel geht es für die Meisten darum zu gewinnen. Klar, das Ganze macht auch Spaß und ist ein schöner Zeitvertreib, aber so richtig unterhaltsam wird es doch erst, wenn das Spiel auch Gewinne abwirft. Deshalb denkt eigentlich jeder Spieler über kurz oder lang darüber nach, wie er sein Spiel zum besten Ergebnis hin optimieren kann. Aus diesen Überlegungen heraus entstanden verschiedene Wettsysteme. In unserer 14-teiligen Reihe stellen wir jeden Monat ein anderes Wettsystem vor. Heute: Labouchere.

In diesem Monat geht es um das Labouchere Wettsystem, das auch Split Martingale genannt wird. Die Entstehung des Systems wird dem britischen Politiker Henry du Pré Labouchère (1831–1912) zugeschrieben, belegt ist das aber nicht. Er war Finanzminister unter Queen Victoria und soll gern das eine oder andere Spielchen gespielt haben.

Es handelt sich bei dem System um eine Abstreichprogression (Stellentilgungssystem, Annulation): Durch jeden Gewinn werden nämlich Stellen auf einer Liste gestrichen, bei jedem Verlust kommt eine Stelle hinzu. Am häufigsten wird das Labouchere System beim Roulette angewendet, es kann aber auch bei Blackjack und beim Spiel an Spielautomaten als Wettstrategie genutzt werden.

In der Regel wird beim Labouchere Spiel auf eine einfache Chance gesetzt. Beim Roulette wären das z. B. Rot/Schwarz, Gerade/Ungerade oder 1-18 bzw. 19-36. Eine echte 50:50 Chance ist das aber nicht, denn beim Roulette gibt es ja auch noch die grüne Null oder sogar die Doppelnull. Trotzdem kannst Du mit dem Labouchere System auf kurze Sicht Deine Gewinnchancen erhöhen, auf lange Sicht liegt der Vorteil aber immer bei der Bank, auch wenn Du mit einem Wettsystem spielst.

 

Wie wird das Labouchere System gespielt?

Labouchere Betting System

Labouchere ist ein Spielsystem mit negativer Progression.
Das Budget wird in kleine Wetteinheiten aufgeteilt und als Zahlenreihe aufgeschrieben. Gesetzt wird immer die erste und letzte Ziffer.
Im Gewinnfall werden beide Ziffern aus der Liste ausgestrichen und bei Verlust die Summer dieser Ziffern ans Ende der Zahlenreihe aufgeschrieben.

Beim Labouchere System ist die Vorbereitung wichtig. Sie legt den Grundstein für die Verwendung des Spielsystems. Schauen wir uns die Labouchere Strategie also einmal an einem Beispiel an. Nehmen wir an, ein Spieler möchte beim Roulette das Labouchere System nutzen und sucht sich für seinen Einsatz die einfache Chance „Rot“ aus. Der Spieler muss nun vor Beginn des Spiels zwei Dinge tun:

  1. Festlegen, wie viel Geld er insgesamt riskieren möchte. Diesen Einsatz muss er an die Limits des Spiels anpassen (also an den Minimal- bzw. Maximaleinsatz). Unser Spieler entscheidet sich für ein Budget in Höhe von 100 Euro.
  2. Als nächstes schreibt er sich zehn Einsen in einer Reihe auf einen Zettel (eine 1 entspricht einer Wetteinheit, im Beispiel sind das also 10 Euro (der Minimaleinsatz am Tisch).
    1 - 1 - 1 - 1 - 1 - 1 - 1 - 1 - 1 - 1

Nun hat unser Spieler die Vorbereitungsphase abgeschlossen. Kommen wir also zu den Regeln des Labouchere Systems. Es gibt nur drei Dinge, an die sich der Spieler halten muss:

  1. Um die Höhe des Einsatzes zu bestimmen, muss der Spieler die erste und letzte Ziffer der Zahlenreihe addieren. Also 1 + 1 = 2 Wetteinheiten. Der Einsatz beträgt in diesem Fall 20 Euro.
  2. Wenn der Spieler gewinnt, streicht er die erste und die letzte Ziffer seiner Zahlenreihe:
    1 - 1 - 1- 1 - 1 - 1 - 1 - 1 - 1 - 1
    Es bleiben also nur noch acht Zahlen übrig, mit denen er weiter spielt. In der nächsten Runde würde er wieder die erste und letzte Ziffer addieren und erneut 20 Euro einsetzen.
  3. Im Falle eines Verlustes muss der Spieler aber eine neue Ziffer ans Ende der Zahlenreihe schreiben. Diese muss die verlorenen Einheiten berücksichtigen, er schreibt also eine Zwei ans Ende der Reihe.
    1 - 1 - 1 - 1 - 1 - 1 - 1 - 1 - 1 - 1 - 2
    Für den nächsten Einsatz muss er dann wieder die erste und letzte Ziffer addieren. Er würde dieses Mal also 1 + 2 = 3 Wetteinheiten, also 30 Euro setzen. Wenn er gewinnt, streicht er wieder die erste und letzte Ziffer, wenn er verliert, ergänzt er die Reihe um eine weitere Zahl.

Das Ziel beim Labouchere System ist es, alle Ziffern der Zahlrenreihe durchzustreichen. Hat der Spieler das geschafft, hat er seinen ursprünglichen Einsatz auf 200 Euro verdoppelt.

 

Alternative Zahlrenreihen beim Labouchere System

Beim Labouchere System ist man natürlich nicht auf die Einser-Reihe festgelegt. Im Grunde kann jede beliebige Zahlenreihe verwendet werden. Ihre Summe ergibt aber immer das Maximalbudget des Spielers. Gespielt werden können zum Beispiel die Reihen 1 - 2 - 3 - 4 oder auch 1 - 2 - 2 - 3 - 2 – ganz nach Geschmack des Spielers. Dabei gilt: Je länger die Reihe oder je höher die verwendeten Zahlen (auch bei einer kurzen Reihe), desto aggressiver ist der Verlauf des Spiels.

Schauen wir uns beispielhaft an, wie sich das Labouchere System bei der Reihe 1 - 2 - 2 - 3 - 2 verhält, wenn der Spieler mit Verlusten und Gewinnen rechnen muss.

Zur Erinnerung: Bei einem Gewinn wird die erste und letzte Stelle der Reihe gestrichen, bei einem Verlust wird eine Stelle ergänzt, die den verlorenen Einsatz enthält.

Zahlenreihe
(verbleibende Wetteinheiten)
Einsatz Ergebnis Gewinn
(netto)
1 - 2 - 2 - 3 - 2 3 Verlust - 3  
1 - 2 - 2 - 3 - 2 - 3 4 Verlust - 7  
1 - 2 - 2 - 3 - 2 - 3 - 4 5 Verlust - 12
1 - 2 - 2 - 3 - 2 - 3 - 4 - 5 6 Gewinn - 6  
     2 - 2 - 3 - 2 - 3 - 4 6 Gewinn 0
          2 - 3 - 2 - 3 5 Verlust - 5  
          2 - 3 - 2 - 3 - 5 7 Verlust - 12
          2 - 3 - 2 - 3 - 5 - 7 9 Gewinn - 3  
               3 - 2 - 3 - 5 8 Gewinn + 5  
                    2 - 3 5 Verlust 0
                    2 - 3 - 5 7 Gewinn + 7  

Nach elf Runden hat der Spieler sieben Einheiten gewonnen, eigentlich ein schönes Ergebnis, wenn man betrachtet, dass der Spieler mehr Runden verloren als gewonnen hat.

 

Die Grenzen des Labouchere Systems

Wie bei den meisten anderen Wettsystemen sind auch dem Labouchere System Grenzen gesetzt. Ja, es lässt sich schön und variantenreich spielen. Der Spieler kann selbst festlegen, wie aggressiv er es spielen möchte und sich das System zu seinem Vorteil zu nutze machen, wären da nicht die Tischlimits, die dem Ganzen einen Riegel vorschieben können.

Denn egal wie gut man mit dem Wettsystem zurecht kommt, es kann immer passieren, dass man eine ganze Reihe von Verlusten hinnehmen muss und dann die Tischlimits dem Spiel ein Ende setzen, bevor der Spieler es geschafft hat, die Verluste wieder heraus zu spielen. Das Tischlimit muss der Spieler bei der Planung der Zahlrenreihe unbedingt im Auge behalten, er muss die Möglichkeiten durchspielen, denn die Summe der beiden äußeren Zahlen darf das Tischlimit nie überschreiten.

 

Das Labouchere System bei Black Jack und Spielautomaten

Am häufigsten wird das Labouchere System zwar beim Roulette gespielt, aber auch beim Black Jack und beim Spiel an Spielautomaten kann man sich diese Strategie zunutze machen.

Will man beim Black Jack das Labouchere System anwenden, funktioniert es genau wie beim Roulette: Man notiert sich eine Zahlrenreihe, streicht bei einem Gewinn die erste und letzte Ziffer und beginnt beim nächsten Einsatz wieder mit dem Addieren der ersten und letzten Ziffer. Verliert man, ergänzt man den verlorenen Einsatz und schreibt diese Zahl ans Ende der Reihe, um mit ihr und der ersten Ziffer den nächsten Einsatz zu bestimmen.

Und ganz genau so einfach lässt sich das Labouchere System auch bei Online Slots anwenden. Und auch beim Blackjack und an Online Slots gilt: Gespielt werden kann mit jeder beliebigen Zahlenreihe, die aber die Einsätze bestimmt. Je länger und höher die Zahlen, desto aggressiver das Spiel.

 

Variante: Reverse Labouchere - System mit positiver Progression

Eine Variante des Labouchere Systems, ist das umgekehrte Labouchere. Auch hier schreibt der Spieler eine Zahlenfolge in beliebiger Länger (immer das Budget im Auge behalten!) auf einen Zettel und setzt die Summe aus erster und letzter Ziffer. Der Unterschied: Beim Reverse Labouchere streicht der Spieler bei einem Verlust die erste und letzte Ziffer und beginnt dann mit einem neu berechneten Einsatz. Bei einem Gewinn ergänzt er eine Ziffer am Ende der Zahlenreihe, die den vorherigen Einsatz enthält.

Das Reverse Labouchere System hat schon Schlagzeilen gemacht: Im Sommer 1966 sollen Norman Leigh und eine Gruppe von Spielern ein Casino in Nizza mit dem System um viel Geld erleichtert haben (Buch auf Amazon).

 

Fazit

Das Labouchere System wird nach wie vor von vielen Spielern genutzt, vor allem beim Roulette. Man kann sich wunderbar an dem System orientieren, es ist schnell verstanden und kann sofort umgesetzt werden. Auch Anfänger können eine sanfte Variante einmal ausprobieren. Es lässt sich sehr variantenreich spielen und bietet daher auch erfahrenen Spielern Abwechslung. Behält man die Tischlimits im Auge und legt man eine nicht ganz so aggressive Zahlenreihe fest, kann man mit dem System kurzfristig durchaus Gewinne einfahren. Langfristig liegt aber auch hier der Vorteil immer bei der Bank.

 

Vorteile

  • leicht anzuwenden
  • kurzfristiger Erfolg möglich
  • der Spieler bestimmt die Geschwindigkeit
  • der Spieler bestimmt die Höhe der Einsätze

Nachteile

  • auf Dauer nicht effektiv
  • große Verluste möglich
  • Tischlimits und Wettlimits beeinflussen das System
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