Russisches Roulette – eine Legende
Es ist ein geflügeltes Wort, der Tatort im Ersten Deutschen Fernsehen hat sich schon einmal damit beschäftigt und es gibt sogar einen Kinofilm der so heißt - russisches Roulette. Jeder hat schon einmal davon gehört und weiß sofort was damit gemeint ist. Dem russischen Roulette haften viele Erzählungen an. Aber woher kommt all das eigentlich?
Was ist russisches Roulette?
Ganz klar, dieser Begriff bedarf eigentlich keiner Erklärung. Das russische Roulette ist ein makaberes Glücksspiel um Leben und Tod. Die „Spieler“ halten sich dabei einen Revolver an die Schläfe. Aber nur in einer Kammer der Trommel befindet sich eine Kugel. Die Trommel wird nach dem Laden gedreht, so dass keiner der Spieler weiß, in welcher Kammer sich die Kugel befindet. Jeder Spieler muss den Abzug betätigen und je nachdem wo sich die Patrone befindet, wird dabei ein Schuss ausgelöst oder nicht. Der Schuss durch die Schläfe in den Kopf endet normalerweise tödlich.
Spielen mehrere Teilnehmer um Leben und Tod wird der Revolver entweder so lange herum gereicht bis ein Schuss das Spiel beendet oder man begrenzt die Anzahl der Runden und dreht die Trommel vor jedem weiteren Versuch erneut.
Woher kommt das russische Roulette?
Das erste Mal findet eine Art Glücksspiel mit den Waffen in einem Roman aus dem Jahr 1840 Erwähnung. Das Buch „Ein Held unserer Zeit“ von Michail Lermontov enthält eine Szene, in der eine Gruppe gelangweilter Soldaten um die Vorherbestimmtheit des Schicksals diskutiert. Der Leutnant Vulich geht dabei eine Wette ein, ob eine wahllos herausgegriffene Pistole geladen ist oder nicht. Er gewinnt – und überlebt. Danach zielt er an die Wand und es fällt ein Schuss. Die Waffe war geladen.
Das russische Roulette meint aber ein vorsätzliches Laden einer leeren Waffe mit einer Kugel. Solch ein tödliches Glücksspiel wird erstmals 1937 in der Kurzgeschichte „Russian Roulette“ von Georges Surdez erwähnt. Die Geschichte erzählt von einem russischen Offizier, der erzählt, man habe das Spiel um 1917 während des Ersten Weltkrieges in Rumänien gespielt. Dort allerdings umgekehrt: fünf Patronen und nur eine leere Kammer. Historische Belege dafür, dass die Soldaten tatsächlich russisches Roulette gespielt haben, gibt es jedoch keine.
Russisches Roulette heute
Schon lange Zeit ist das russische Roulette zu einem geflügelten Wort für besonders drastische Maßnahmen geworden. So ließt man zwar immer wieder von russischem Roulette in den Zeitungen, allerdings meist im Zusammenhang mit der Auswahl der Spieler beim Profi-Fußball oder bei heiklen Firmenübernahmen o. ä. in der Wirtschaft.
Dennoch gibt es auch Ausnahmen, immer wieder werden Todesfälle durch russisches Roulette bekannt. So wurde ein französischer Polizeimeister im Jahr 2007 zu sieben Jahren Haft verurteilt, nachdem er in der Nacht zum 17. Oktober 2004 einen Kollegen beim russischen Roulette mit einem Kopfschuss getötet hat. Der Tat ging ein Trinkgelage voraus, das die zwei Polizisten im Kommissariat fortsetzten – mit tödlichem Ende.
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