III. World of Warcraft - Achtung Suchtgefahr?

Teil 3: Selbsthilfen

“Mein Partner hilft mir sehr. Früher war ich süchtig. Ich habe dann 1,5 Jahre mit dem spielen aufgehört. wenn ich nun merke, dass das Spiel wieder zuviel Zeit in meinem Leben einnimmt erinnere ich mich an die Zeit in der ich wirklich süchtig war. Dann fällt es mir ganz leicht tage- oder wochenlang nicht zu spielen.”

Das ist die Antwort einer Frau auf die Frage, wie sie sich selbst gegen eine mögliche Sucht schützt. Sie konnte sich von ihrer Sucht befreien. Ähnlich wie sie helfen sich auch andere Teilnehmer der Umfrage. Sich mit Freunden zu treffen sei demnach das beste Mittel. Weitere setzen sich bewusst Grenzen, sei es nun eine zeitliche Begrenzung der Spielzeit oder bewusst einige Tage nicht zu spielen. Ein Teilnehmer versucht hingegen die Reize des Spiels bewusst auf das richtige Leben zu übertragen. Sein Kommentar zur Faszination von WoW lautete wie folgt:

”Angesichts des krassen Leistungsprinzips, welches nun nicht nur auf dem Arbeitsmarkt, sondern auch im sozialen Miteinander herrscht, fühle ich mich als emotionaler Träumer verloren. WoW gibt mir [...]die Möglichkeit, vorhandene Missstände zu entfernen; jeder der sich Mühe gibt, kann es schaffen. Gleichzeitig findet eine soziale Beurteilung des Gegenübers nur durch sein Verhalten statt [...]”

Wie andere Spieler auch, schäzt er an WoW das belohnungsorientierte Spielprinzip und das soziale Miteinander. Diese beiden Faktoren überträgt er bewusst auf das richtige Leben:

”[...] Das Schwierigste und vor allem Wichtigste ist, sich ersteinmal ein persönliches Lebensziel zu formulieren, sodass man darauf hinarbeiten kann. [...] Durch das Erleben von Erfolgen in der realen Welt entsteht die Hoffung, dass ich auch hier Jemand sein kann. Gleichzeitig ist das Erleben von Dingen die Basis für soziale Integration; wer nichts macht, der hat nichts zu erzählen.”

Weitere Tipps und Hilfen

Auch nach der Frage nach Tipps für suchtgefährdete Spieler kommen die Freunde an erster Stelle bei den Befragten. Sei es nun, sich mit diesen öfter zu treffen oder mit Familie und Freunden offen darüber zu sprechen, sodass sie einen unterstützen können. Auch die professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen findet Erwähnung. Des weiteren verdeuttlichen einige der Befragten, dass es sehr wichtig ist, sich selbst der Gefahr bewusst zu sein und sich (zeitliche) Grenzen beim Spiel zu setzen.

Fazit: Die Sucht unter Kontrolle

Diese Umfrage hat gezeigt, dass viele Teilnehmer ein gewisses Suchtpotenzial des Spiels erkannt haben, doch diese Erkenntnis hilft ihnen dabei, dass diese Sucht sie nicht ergreift. Als Fazit unserer Ananlyse möchten wir folgendes Zitat eines Teilnehmers hervorheben, der das viel diskutierte Suchtpotenzial von WoW unserer Meinung nach sehr passend darstellt:

”[...] Sucht kann man nicht an Stunden/Tag festmachen, da man z.B. 3 Stunden täglich spielen kann, was sich viel anhört und auch viel ist. Aber liegt das z.B. in der Abend-Fernsehzeit von 20.00-23.00 (man ist seiner Arbeit nachgegangen, hat seine Pflichten und Termine erledigt) kann man es nicht mit Sucht gleichsetzen. Eine Person, die Abends einen Film im TV schaut, ist sie fernsehsüchtig? Nein! Von daher ist es lediglich eine andere Art seinen Abend zu verbringen, wenn man z.B. nicht gern TV schaut.”

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