Online Casinos

Das Glücksspiel-Jahr 2015

Autor: Körner, Melissa

In wenigen Tagen verabschieden wir das Jahr 2015, um das neue Jahr zu begrüßen. Der Jahreswechsel ist die beste Gelegenheit, die vergangenen 12 Monate Revue passieren zu lassen. Werfen wir also einen Blick auf das, was sich in der Glücksspiel-Branche in Europa und der Welt 2015 zugetragen hat und was sich 2015 zum Trend entwickelte.

wurden strengere Gesetze eingeführt oder Glücksspiel-Anbieter gänzlich aus dem Land verbannt. In der EU zeigt sich nach wie vor kein einheitliches Bild, was die Regulierung des Online Glücksspiels angeht. Einige Länder öffneten sich für das Online Glücksspiel, in der Hoffnung, mit den Steuergeldern die Staatskassen zu füllen, andere wiederum glänzten mit Ineffizienz: Deutschland zum Beispiel.

Deutschland: Verfahren eingeschlafen

Die Gesetze hierzulande blieben auch 2015 verwirrend wie immer: Schleswig-Holstein fährt als einziges Bundesland einen anderen Kurs und erlaubt Online Casinos und Online Sportwetten. In den anderen Bundesländern sind nur Online Sportwetten legal – zumindest in der Theorie. In der Praxis sieht das ganz anders aus, denn da erwiesen sich die Behörden hierzulande als handlungsunfähig. Sie verzettelten sich im eigenen Gesetzestext.

Doch auch 2015 wurden keine Lizenzen vergeben.

20 Sportwetten-Lizenzen sollten vergeben werden. Damit wollte die Regierung den Kritiken der EU-Kommission nachgeben. Doch auch 2015 wurden keine Lizenzen vergeben. Das Verfahren hängt in der Luft – und das nun schon seit Jahren. Und, wollen wir wetten?, auch 2016 wird sich da vermutlich nicht viel bewegen.

Glücksspiel-Trend Bitcoin Gaming

Ein ganz klarer Trend in diesem Jahr: Bitcoin Gaming. Die Krypto-Währung gibt es schon länger, aber 2015 war bisher ihr Jahr. Viele Online Casinos und Spiele-Seiten haben die Währung als Zahlungsmittel in ihr Portfolio aufgenommen.

Bitcoins haben im vergangenen Jahr den Sprung in den Mainstream geschafft. Zumindest ein bisschen. Da wurden Automaten aufgestellt, an denen Bitcoins in „echtes“ Geld gemacht werden können und sogar Casinos und Hotels in den USA erlaubten erstmals Bitcoins als Zahlungsmittel.

So langsam bekommen auch die Behörden Wind von der virtuellen Währung – sie werden sich im neuen Jahr sicher damit beschäftigen, wie sie das Zocken mit der so schwer zu fassenden Krypto-Währung regulieren können.

Geschicklichkeit und Spielautomaten

Während die Online Casinos mit rechtlichen Regelungen zu kämpfen haben, leiden die stationären Casinos und Spielbanken weiter unter sinkenden oder stagnierenden Besucherzahlen. Sie tun sich schwer, neue Zielgruppen zu erreichen, das „junge Publikum“ in die Casinos zu locken.

Automaten, an denen zum Gewinn auch Geschick erforderlich ist.

Eine neue Form der Spielautomaten soll nun frischen Wind ins Casino-Geschäft bringen: Automaten, an denen zum Gewinn auch Geschick erforderlich ist. In den USA laufen in Nevada und New Jersey bereits erste Tests mit Automaten, an denen sich die Auszahlungen am Geschick der Spieler orientieren. Diese Hybrid-Automaten könnten im nächsten Jahr weitere Verbreitung finden.

Daily Fantasy Sports (DFS)

Ein Begriff, an dem man nicht nur in Asien und Amerika in diesem Jahr nicht herum kam: Daily Fantasy Sports. Seinen Ursprung hat das Ganze in Asien, in 2015 entwickelte sich das Wetten auf virtuelle Sport-Veranstaltungen zum absoluten Trend in Amerika. Plattformen mit entsprechenden Angeboten schossen wie Pilze aus dem Boden oder wurden wieder geschlossen. DFS ist 2015 explodiert. Zumindest in Amerika. Aber auch hierzulande hört man immer öfter davon.

Sogar Amaya Gaming ist 2015 auf den DFS-Zug aufgesprungen, die Top-Webseiten erzielten Einnahmen in Höhe von mehreren hundert Millionen Dollar. Nun steht Amerika vor der Frage, wie man DFS regulieren soll. Schließlich ist es so etwas wie Sportwetten, nur in einem anderen Gewand. Es bleibt auf diesem Gebiet auf jeden Fall spannend – auch 2016.

In den Vereinigten Staaten wird die Daily Fantasy Sports Industrie von zwei konkurrierenden Diensten dominiert: dem in New York ansässigen FanDuel und dem in Boston ansässigen DraftKings. Beide Unternehmen wurden als Venture-Capital-gestützte Startup-Unternehmen gegründet, erhielten Mittel von Investmentfirmen, Sportsendern, Ligen und Teambesitzern und wurden für die aggressive Vermarktung ihrer Dienstleistungen bekannt. Beide Unternehmen haben im September 2015 einen geschätzten Wert von mindestens einer Milliarde US-Dollar und kontrollieren 95% des US-DFS-Marktes. Die beiden konkurrieren vor allem mit kleineren DFS-Diensten wie DRAFT, Fantasy Aces und Yahoo! Sport. Die Beliebtheit des täglichen Fantasy-Formats wurde auf seine Bequemlichkeit im Vergleich zu saisonalen Spielen sowie auf die Konzentration auf große Geldpreise bei der Förderung dieser Dienste zurückgeführt. Daily Fantasy Sports hat auch dazu beigetragen, die Fernsehzuschauerzahlen und das Engagement für den Sport zu verbessern.

Online Poker für alle

Heads-Up Games und Tisch-Auswahl wurden beim Full Tilt verbannt.

Das Jahr 2015 war das Jahr, in dem einige Online Poker Plattformen versucht haben, das Spiel zurück unters Volk zu bringen. Denn nie war die Lücke zwischen Freizeit-Spielern und Profis, was das Können anbelangt, größer. Full Tilt Poker hat einen drastischen Schritt getan, um Hobby-Spieler zu unterstützen: Heads-Up Games und Tisch-Auswahl wurden aus dem Angebot verbannt. Das sollte es den so genannten „Bum-Hunters“ unmöglich machen, zum Erfolg zu kommen. Das sind professionelle Spieler, die sich absichtlich schwache Spieler aussuchen, um sie auszunehmen.

Auch bei PokerStars richtete man sich 2015 vermehrt an die Hobby-Spieler und veranstaltete Turniere mit sehr niedrigen Buy-Ins. Es ist offenbar wieder an der Zeit, sich an die 08/15-Spieler zu richten, denn um deren Zuwachs war es 2015 schlecht bestellt. Die Profis hatten die Macht am Poker-Himmel übernommen. Was wird das neue Jahr der Branche bringen?

Mobile, mobile überall

Und noch ein Thema war 2015 in aller Munde: Mobile Gambling. Immer mehr Spieler nutzen Smartphones, Tablets und iPhones, um in ihrem Online Casino zu spielen. Ein Trend, der auch im kommenden Jahr weiter gehen wird. Eine Revolution ist im Gange, die die Spiele-Entwickler dazu zwingt, ihre Angebote zu verbessern und zu optimieren. Das Spielen via Smartphone & Co. ist wichtiger geworden – und wird auch 2016 weiter wachsen.

Smartphonenutzer Deutschland 2009 bis 2015

Wird die Branche bald ganz weg vom Desktop-Gaming kommen? Fakt ist: Die mobilen Versionen von Online Slots & Co. werden nicht mehr als Zweitverwertung behandelt, sondern 2015 und auch im neuen Jahr durch die HTML5-Technologie meist zeitgleich mit der Desktop-Variante veröffentlicht. Für die Branche ein klares Zeichen dafür, wie wichtig das mobile Spielen 2015 geworden ist.

Infobox: Spielautomaten

Wie funktionieren Spielautomaten?

Der Spieler hat bei Spielautomaten keinen direkten Einfluss auf den Gewinn oder die Wahrscheinlichkeiten. Da aber der programmierte Prozentsatz der Auszahlungen von Gerät zu Gerät und Online-Casino zu Online Casino differiert, kann der Spieler seine Gewinnchancen zumindest bei der Wahl des Casinos und der Maschine beeinflussen.

Online zahlen die meisten Spielautomaten auf lange Sicht zwischen 92 und 98 Prozent wieder aus. Je höher dieser Wert ist, desto besser ist es für die Spieler. Die meisten Anbieter geben auf der Info-Tafel jedes Spielautomaten diese Auszahlungsquote an.

Generell gilt, dass Jackpot-Automaten etwas schlechtere Quoten haben als normale Automaten. Mit der Aussicht auf einen potentiellen Millionen-Gewinn erkauft man sich also auch etwas schlechtere Auszahlungen auf lange sicht.

Einstellungen bei Spielautomaten

Neben der unendlichen Themen- und Symbolvielfalt bei den unterschiedlichen Automaten gibt es auch einige weitere Einstellungen, die man als Spieler vornehmen kann.

Multilinien (Lines)

An einer ganz einfachen Slot-Maschine werden Sie ausbezahlt, wenn die drei Symbole auf der mittleren Linie übereinstimmen. Meist sind zwar auch die beiden darüber und darunter liegenden Linien zu sehen, doch zählen diese nicht. Bei einem Multilinien-Spiel können Sie diese beiden Linien durch den Einsatz zusätzlichen Geldes aktivieren. Zählen nicht nur horizontale, sondern auch schräge Linien, sind Einsätze von neun Münzen oder sogar mehr möglich. Onlien sind teilweise über 20 Linien möglich und man kann in der Regel einstellen, wie viele Linien man spielen will.

Multiplikator (Coins)

Indem man vor einem Spiel mehrere Münzen einwirft, kann man den potentiellen Gewinn vervielfachen. Meist ist die Anzahl der Münzen (und damit der Multiplikator) begrenzt. Werfen sie etwa fünf Münzen ein und bekommen einen Liniengewinn im Wert des zehnfachen Einsatzes, dann werden Ihnen insgesamt (5 x 10) also 50 Münzen ausgezahlt. Für ihre Gewinnchancen spielt es keine Rolle, welchen Multiplikator Sie wählen.

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