Spielsucht: Online Glücksspiel nicht das Problem

Spielsucht: Online Glücksspiel nicht das Problem

12 Mai 2015 | 11:02 Autor: Melissa Körner

Wieder gibt es eine neu Studie, die sich mit dem Glücksspiel beschäftigt. Dieses Mal mit dem Online Glücksspiel. Gerade bei der Debatte um die Legalisierung von Online Casinos & Co. werfen viele angebliche Experten das Argument in den Raum, Glücksspiel im Internet erhöhe die Zahl der Spielsüchtigen. Dass diese Annahme falsch ist, belegt jetzt eine Studie aus Australien, die vielen Online Casino Gegnern den Wind aus den Segeln nehmen könnte.

Es ist schnell dahin gesagt: Mit Online Casinos steigt die Gefahr der Spielsucht, weil die Casinos immer und überall und zu jeder Zeit zur Verfügung stehen. Es mag auf den ersten Blick auch nachvollziehbar klingen – falsch ist die Behauptung aber trotzdem. Online Casinos sind nicht die Wurzel des Spielsucht-Übels. Zu diesem Ergebnis kamen Australische Wissenschaftler.

„Klick' Deine Maus, verlier' Dein Haus!“ proklamieren vor allem in Australien und den USA Gegner des Glücksspiels im Internet. Sie implizieren damit, dass das Zocken im Netz zu Spielsucht führen kann und dass das dem Spieler sein letztes Hemd kosten kann. Doch Dr. Sally Gainsbury von der Southern Cross Universität in Australien sieht das ganz anders:

Internet Glücksspiel verursacht kein problematisches Spielverhalten.

Dr. Sally Gainsbury: Internet Glücksspiel verursacht kein problematisches Spielverhalten.

Natürlich können Online Casinos dazu führen, dass Spieler mit bereits problematischem Spielverhalten noch mehr Spielen und so noch mehr Geld für das Glücksspiel ausgeben als ohnehin schon – die Wurzel dieses Problem ist das Online Glücksspiel aber nicht.

 

Studie Nr. 1: Probleme tauchen bei landbasierten Casinos auf

Dr. Gainsbury fand sogar heraus, dass die meisten Probleme mit dem Glücksspiel beim stationären (landbasierte Casinos) Glücksspiel entstehen. Sind die Probleme erst einmal etabliert, wandern viele dieser Spieler ins Internet ab. Also erst, nachdem das Problem bereits besteht. Vielleicht zu einem Zeitpunkt, an dem sie sich noch darüber bewusst sind, ein Problem zu haben – und sich in die Anonymität flüchten.

Die meisten Probleme mit dem Glücksspiel entstehen beim stationären „Live“ Glücksspiel.

Es ist also nicht die reine Verfügbarkeit von Online Casinos, die Spielsucht auslöst. „Es zeichnet sich nicht nur ab, dass Online Glücksspiel nicht zu Spielsucht führt“, so Gainsbury, „sondern auch dass wenn das Umfeld, in dem Menschen spielen, kontrolliert wird, das Online Glücksspiel weniger Probleme mit Spielsucht verursachen wird.“ Das Glücksspiel im Internet lasse sich also viel besser kontrollieren, es könnten ganz andere Mechanismen eingeführt werden, die problematisches Spielverhalten erkennen und die Spieler so vor sich selbst schützen können.

Online Casino Betreiber sind der Schlüssel

Nicht nur mit den verschiedenen Arten des Glücksspiels beschäftigte sich Dr. Gainsbury, sondern auch mit den Aspekten der Regulierung. Sie fragte sich was funktioniert und was nicht, wenn es darum geht, das Risiko, an Spielsucht zu erkranken, zu minimieren. So fand sie zum Beispiel daraus, dass Betreiber in der Lage wären, Werkzeuge zu entwickeln, mit denen sich problematisches Spielverhalten erkennen lasse, indem man die Interaktion der Spieler mit den Online Casinos überwacht und analysiert.

Online Gambling
Online Casinos helften der Studie problematisches Spielverhalten zu erkennen.

Die Auswertung der Kommunikation zwischen Spielern und dem Kundenservice von Online Casinos zeigte, dass es bestimmte Faktoren gibt, mit denen vorhergesagt werden könnte, wenn ein Spieler seinen Account aufgrund von Spielproblemen schließen möchte. Solche „Marker“ frühzeitig zu identifizieren könnte dabei helfen, die Entstehung problematischen Spielverhaltens einzudämmen.

Betroffene Spieler treten demnach relativ häufig mit dem Kundenservice in Kontakt, stellen Fragen zum Spielverlauf, zweifeln Ergebnisse an, erkundigen sich wegen Problemen mit den Transaktionen oder bitten um das Wieder-Eröffnen von Accounts. Sie nehmen oft mehrmals im Monat Kontakt zum Kundenservice auf und vergreifen sich dabei manchmal auch im Ton, so Gainsbury.

Ergebnisse auch für Deutschland interessant

Die Ergebnisse der australischen Studie sind auch für den Glücksspiel-Markt in Deutschland interessant. Ja, eigentlich für das Online Glücksspiel Angebot in allen Ländern. Denn Gainsbury untersuchte auch, inwieweit Verbote und strenge Regularien die Entwicklung problematischen Spielverhaltens beeinflussen.

Gainsury selbst stand dem Thema zunächst skeptisch gegenüber. Sie glaubte, dass die ständige Verfügbarkeit dieser Spiele dazu führen würde, dass sie „selbstverständlich“ würden, nichts Besonderes mehr seien und zum Alltag würden – und so letztlich eine Gefahr darstellen könnten. Doch ihre Sorgen und Bedenken konnte sie selbst widerlegen.

Online Casino Regulierung in Europa

Damit würde auch hierzulande einigen Experten der Wind aus den Segeln genommen. Gainsbury schaute sich auch die Regularien in 30 europäischen Ländern an. Sie konnte keinen Zusammenhang feststellen zwischen einer besonders strengen Handhabe, Lizenzsystemen, der Verfügbarkeit von Glücksspielen und der Entwicklung von Spielsucht feststellen.

Den oftmals zitierte Zusammenhang zwischen Online Casinos und Spielsucht gibt es nicht.

Es scheint also klar: Den oftmals zitierte Zusammenhang zwischen Online Casinos und Spielsucht gibt es nicht. Er wurde von den Gegnern nur „herbei gewünscht“ und kann wissenschaftlich nicht belegt werden. Schade nur, dass solche Studien es offenbar häufig nicht bis dort hin schaffen, wo sie eigentlich Gehör finden müssten: Bei denen, die die Gesetze machen.

 

Studie Nr. 2: Online Glücksspiel nicht Suchtgefährdend

In den Schlachten, die gerade an vielen Orten der Welt darüber geschlagen werden, ob das Online Glücksspiel reguliert werden sollte oder nicht, ist ein Hauptargument immer dass Online Casinos & Co. vermehrt zu Spielsucht führen könnten. Doch dieses Argument könnte von Wissenschaftlern der Universität Harvard außer Kraft gesetzt werden.

Der Theorie der Online Glücksspiel Gegner zufolge führt der leichtere Zugang zum Glücksspiel dazu, dass die Menschen, die besonders anfällig für Süchte sind, quasi eine Pipeline zum Spiel haben und Geld ausgeben, dass sie sich eigentlich nicht leisten können zu verlieren. Auf den ersten Blick mag diese Theorie sogar richtig erscheinen, doch die Daten zeichnen ein anderes Bild.

Einer Reihe von Studien an der Universität von Harvard zufolge ist die Mehrheit der Menschen, die in Online Casinos spielt, nicht suchtgefährdet. Es handle sich dabei um Gelegenheitsspieler, die sehr gut darin seien, sich selbst Grenzen zu setzen.

Nun muss man bei Studien aller Art natürlich immer auch ein Auge darauf haben, wer sie in Auftrag gegeben oder unterstützt hat. Im Falle der Studien aus Harvard war es das Glücksspiel-Unternehmen bwin. Das Unternehmen hat den Forschern Zugriff auf die Daten von Zehntausenden Spielern gewährt, die verschiedene Glücksspiele im Internet in den letzten zwei Jahren ausprobiert haben.

Das Ergebnis:

95 Prozent der Spieler zeigten moderates Spielverhalten, nur 5 Prozent hätten sehr häufig gespielt.

Für die Glücksspiel-Studie wurden 4.000 Fallstudien untersucht: In einem Zeitraum von neun Monaten spielt der durchschnittliche Spieler nur 1 bis 2 Mal pro Woche und verliert dabei etwa 5,5% seines Einsatzes.

Für die Sportwetten-Studie wurden 40.000 Spieler analysiert: Der durchschnittliche Spieler macht 2,5 Wetten alle 4 Tage mit Wettbeträgen von im Schnitt $5.

Eine weitere Studie der Universität von Hamburg untersuchte das Verhalten von Poker-Spielern. Auch diese Studie wurde für die umfassende Forschungsarbeit aus Harvard herangezogen.

In Hamburg wurden mehr als 2 Millionen Pokerspieler über einen Zeitraum von sechs Monaten analysiert. Der durchschnittliche Spieler verbrachte während dieser Zeit nur 4,88 Stunden am Online Poker Tisch, die Mehrheit der Spieler setzten pro Stunde weniger als $1.

Typischer Spieler kaum online

Keine der Studien behauptet, dass problematisches Spielen kein Problem sei oder dass Spielsucht im Internet nicht existieren würde. Die Forschungsarbeit zeigt aber, dass das Ausmaß der Gefährdung sehr übertrieben eingeschätzt wurde. Ein Grund dafür, dass Online Casinos keinen rasanten Anstieg der Spielsucht verursachten könnte im Unterschied zwischen land-basierten und online Casinos liegen.

Die „echten“ Casinos schaffen die Atmosphäre eines „Spielplatzes“: Mit Wasserfällen, warmen Farben, Grünflächen... Damit sind sie sehr erfolgreich und animieren die Menschen zu Spielen. Online Casinos können das nicht abbilden, auch wenn sie versuchen, mit Live Casinos echte Casino-Atmosphäre zu schaffen. Vielleicht ist das der Grund, warum Online Casinos doch nicht so suchtgefährdend sind wie von vielen Gegnern angenommen.

 

Studie Nr. 3: Online Glücksspiel gar nicht so gefährlich wie von vielen vermutet

Australien ist mit nur 23 Millionen Einwohnern ein vergleichsweise kleines Land. Und doch hat das Land mit mehr als 80% die weltweit höchste Rate an Glücksspielern. Anlass genug, eine Studie zum Thema zu erstellen. Die Resultate wurden jetzt veröffentlicht.

Mehr als 80% der Australier haben schon mal an einem Glücksspiel teilgenommen. Jedes Jahr erzielt das Land mit dem Glücksspiel Einnahmen in Höhe von 4,6 Milliarden Dollar.

Zwei Drittel davon werden an den Spielautomaten eingenommen. Trotz des blühenden landbasierten Glücksspiels ist das Land noch rückschrittlich, wenn es um Online Glücksspiel geht.

In einem Gesetz aus dem Jahr 2001 wurde das Anbieten von Echtgeld-Spielen im Internet verboten. Dennoch gibt es auch in Australien eine Online Casino Industrie.

Sie operiert – wie auch in Deutschland – in einer rechtlichen Grauzone. Die Spieler werden nicht dafür belangt, in einem Online Casino einen Account zu haben. Doch das Angebot selbst ist eigentlich nicht legal.

Vor drei Jahren hat also die Regierung in Australien versucht, sich dem Thema Glücksspiel und Glücksspiel im Internet anzunehmen und eine Studie in Auftrag gegeben.

In einem 432 Seiten starken Pamphlet wurden die Ergebnisse nun veröffentlicht. Die Studie sollte dabei helfen herauszufinden, ob ein regulierter Online Glücksspielmarkt für das Land sinnvoll sein könnte.

Ein sehr interessantes Ergebnis der Studie: Sportwetten, Online Casino Spiele und Lotterien sind bei den Online Glücksspielern beliebter als Poker.

Und nur 0,6% der befragten Spieler konnten als problematische Spieler bezeichnet werden. Zudem lässt die Studie nicht den Schluss zu, dass es zwischen Online Glücksspiel und einem Anstieg an Spielsüchtigen wirklich einen Zusammenhang gibt.

Natürlich könnten Probleme entstehen, denn Spieler hätten leichter Zugriff auf das Glücksspiel und könnten von Lockangeboten verführt werden.

Dennoch sind es in der Studie die Online Poker Spieler, die das geringste Problem mit der Spielsucht zu haben scheinen.

Da scheint es beim landbasierten Glücksspiel schon anders auszusehen: Poker-Spieler dort scheinen ein höheres Risiko haben, problematisches Spielverhalten an den Tag zu legen. Es scheint also als wäre das Online Glücksspiel gar nicht so gefährlich wie vermutet.

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