Kakerlake, Schnecke & Baby – verrückte Wettenrennen

Beim Wort „Wetten“ in Verbindung mit dem Rennsport denkt man unweigerlich sofort an Pferdewetten. Denn zumindest von einem dieser Rennen hat sicher jeder schon einmal etwas gehört: Das berühmte Rennen Royal Ascot“ ist in britischen Adelskreisen das Highlight der Rennsaison. Hierzulande legendär vor allem wegen der immer wieder höchst eigenwilligen Hutkreationen der blaublütigen Damen. Die Rennen in Ascot gibt es bereits seit 1768 und die Veranstaltung steht bis heute unter der Schirmherrschaft des britischen Königshauses.

Das Spannendste an den Rennen sind natürlich das Glücksspiel! Jeder, der möchte kann einen kleinen oder größeren Geldbetrag bei konzessionierten Buchmachern abgeben. Dann heißt es Daumen drücken, welches Pferd gewinnt?

Aber mal ehrlich, sind Ihnen Pferdewetten inzwischen ein bisschen zu langweilig geworden? In diesem Fall könnten die folgenden verrückten Rennen Ihren Wetteifer vielleicht wieder ein wenig anfachen.

Hunderennen

Wenn Sie jetzt denken, dass wir Sie mit den typischen Windhundrennen zu Ködern versuchen, dann haben sie sich geirrt. Windhunderennen sind doch schon ein alter Hut. Einen völlig neuen Charme versprüht ein Hunderennen der ganz anderen Art: das Dackelrennen!

Da sausen die zu kurz geratenen Vierbeiner mit wehenden Schlappohren an Ihnen vorbei – und wehe wenn Sie losgelassen. Dann kennen die kleinen Jagdhunde kein Halten mehr. Und am Ende der Rennstrecke wartet natürlich schon ein Leckerli zur Belohnung. Zwar gibt es für Dackelrennen noch keine offiziellen Buchmacher, aber eine kleine Wette unter Freunden ist in jedem Fall drin.

Schneckenrennen

Für die langsamen Genießer und für all diejenigen, denen Pferde- und Hunderennen zu schnelllebig sind, dürfte das Schneckenrennen der passende Rennsport sein, um sein Geld zu verwetten. Vielleicht haben Sie als Kind ja auch schon Zuhause im Garten ihre eigenen Schneckenrennen veranstaltet? Dann kennen Sie sich ja bestens mit der Materie aus.

Die Oberliga der Schneckenrennen veranstaltet die Federation Internationale des Escargots in der Schweiz. Das ist eine Organisation, die sich der Pflege und dem Erhalt der Schnecken widmet. Und diese tragen alljährlich ein internationales Schneckenrennen aus. Dabei müssen die teilnehmenden Schnecken über eine Rennstrecke kriechen, die aus vier konzentrischen Kreisen besteht, bis zum Ziel müssen 57 Zentimeter überwunden werden. Kann Ihr heimischer Gartenkriecher den Rekord von 4:03 Minuten schlagen? Was wetten Sie?

Kakerlakenrennen

Von den Schnecken zurück zu einem etwas schnelleren Rennen: Dem Kakerlakenrennen. Der russische Maler Nikolai Makarowzum Beispiel veranstaltet in Berlin regelmäßig Kakerlakenrennen. Und die haben in der russischen Spielkultur Tradition. Die Rennstrecke ist überschaubar. In Makarows Fall sind es sieben, jeweils zwei Meter lange, überdachte Plexiglasbahnen auf grünem Filz. Überdacht deshalb, damit keine der kostbaren Rennkakerlaken Reißaus nimmt und womöglich die Gäste belästigt.

Makarows Schaben sind richtige Hochleistungssportler. Denn sie laufen nicht nur regelmäßig Rennen, sie spielen auch noch Fußball! Da soll noch einer sagen, Kakerlaken seien zu nichts zu gebrauchen!

Babywettkrabbeln

Etwas beschaulicher geht es da schon wieder beim Babywettrennen ... oder vielmehr -wettkrabbeln zu. Vor allem in den USA und im asiatischen Raum sind diese Veranstaltungen derzeit der Renner. Denn oft lockt ein Windelhersteller damit, dem Gewinnerbaby einen Jahresvorraten an Windeln zukommen zu lassen.

Die Eltern sind verständlicherweise Feuer und Flamme. Gewonnen hat das Baby, das am schnellsten über die Ziellinie gekrabbelt kommt. Hinter der versuchen Mama oder Papa nach dem Startschuss mit allerlei Gesten, Spielzeug und anderen Lockmitteln, den Nachwuchs anzufeuern.

Doch Baby überlegt es sich öfter auch mal anders. Es ist doch auch viel interessanter zu gucken, was das Nachbar-Baby da gerade so veranstaltet. Oder vielleicht ist jetzt einfach nicht die Zeit zum Krabbeln. So könnte sich so ein Rennen schon mal über Stunden hinziehen. Aber Oma, Opa, Tanten und Onkel dürfen trotzdem schon einmal die Wetteinsätze abgeben.

Und wo wir gerade beim Nachwuchs sind: Es gibt auch Baby-Wettbrüllen – aber das ist ja nun wirklich kein Rennsport mehr.

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