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Deutsche Kartenspiele

Deutsche Kartenspiele – Tradition und Zukunft

Kartenspiele haben in Europa eine lange Tradition. Ein Überblick über die beliebtesten und wichtigsten deutschen, österreichischen und schweizerischen Kartenspiele.

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Antike Spielkarten - deutsche Kartenspiele.

Geschichte der Spielkarten – die Ursprünge

Wie so viele Erfindungen, die heute zum Alltag auf der ganzen Welt gehören, kommt auch die Spielkarte aus der Hochkultur des Alten Chinas. Älteste Funde stammen aus der Zeit vor Christi Geburt, allerdings hatten diese Karten noch andere Zwecke als das Spiel, und Casinos gab es auch noch nicht.

Die ältesten Spielkarten stammen aus dem 12. Jhdt. Sie wurden in China und in Korea entdeckt. Von dort aus breiteten sich Spielkarten zunächst nach Indien und Persien aus, bevor sie den Weg nach Europa nahmen.

Wie genau das geschehen ist, ist nicht nachweisbar, aber am wahrscheinlichsten ist, dass sie mit Händlern über Routen wie die Seidenstraße nach Westen gelangten. Vermutlich nahmen sie den Weg über Ägypten und Arabien. Gegen Ende des 14. Jhdts. waren die Spielkarten in Italien angekommen, wie historische Dokumente belegen.

Vom Mittelalter zur Moderne

In Europa breitete sich das Kartenspiel mit großer Geschwindigkeit aus, was man ironischerweise daran erkennt, dass es plötzlich in immer mehr Winkeln des Kontinents verboten wurde. Grund dafür war, dass Karten von Anfang an mit Geldeinsätzen gespielt wurde, und alle Kartenspiele sind in gewisser Weise Glücksspiele. Kollateralschäden sind da zwangsläufig.

Aber Verbote haben den Spieltrieb des Menschen noch nie gestoppt, und so ging der Siegeszug des Kartenspiels in Europa unaufhaltsam weiter. Übrigens waren die Verbote der weltlichen Obrigkeit nicht wirklich besonders scharf. Würfeln wurde als deutlich verwerflicher angesehen. Besonders fanatisch wurde die Verfolgung von Kartenspielern jedoch durch die Kirche, deren Vertreter mit teilweise inquisitorischem Eifer auftraten.

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Deutsch-Schweizerisches Kaiserspiel.

Trotzdem gab es schon Mitte des 15. Jhdts. z. B. in Nürnberg eine ganze Reihe von Kartenmachern. Kartenmacherinnungen gab es aber auch in Augsburg, Ulm, Lyon, Straßburg und Wien.

Schon zu dieser Zeit war ein Satz Karten in vier Farben unterteilt, eine Struktur, die sich in ganz Europa schnell als Standard durchsetzte. Spielkarten wurden anfangs handbemalt und waren Luxusartikel. Ein besonders wertvolles erhaltenes Beispiel ist das Stuttgarter Kartenspiel aus den 14020er Jahren. Dank des Buchdrucks konnten Spielkarten jedoch bald in großer Stückzahl vervielfältigt werden.

In Italien entstanden die so genannten Trionfi-Karten, aus denen sich später Tarock in Deutschland und Tarot in Frankreich entwickelten. Der Begriff Trionfi findet sich im Kartenspielerjargon heute noch in dem Wort Trumpf.

Im Lauf der Jahrhunderte wandelte sich die Erscheinungsform der Spielkarten deutlich. Wo zu Beginn Abbildungen höfischer Szenen zu sehen waren, entstanden mit der Zeit Bildkarten und Zahlenkarten mit unterschiedlichen Werten. Die vier Kartenfarben wurden zu mehr oder weniger nationalen Zeichensystemen weiterentwickelt. In Frankreich nannte man sie Kreuz, Pik, Herz und Karo, in Spanien und Italien Stab, Schwert, Münze und Kelch, und im deutschsprachigen Raum Eichel, Laub, Schelle und Herz.

Die Mehrzahl der heute noch bekannten und beliebten Spiele entstand im 18. und 19. Jhdt., z. B. Skat, Rommé, Whist, Canasta, Bridge, Poker und Blackjack. Üblicherweise gilt Poker la als amerikanische Erfindung, aber tatsächlich basiert Poker auf dem französischen Poquer und dem deutschen Pochen, Spiele, die natürlich mit europäischen Einwanderern nach Amerika kamen.

Dort wurde das Spiel dann weiterentwickelt und kam in verschiedenen Varianten nach Europa zurück, zunächst als Draw Poker, dann als Stud Poker und schließlich als Hold’em Poker.

Die beliebtesten Kartenspiele in Deutschland, Österreich und der Schweiz

In Deutschland gibt es zwar einige Kartenspiele, die vor allem regional populär sind, aber als Nationalspiel wird allgemein Skat bezeichnet. Das Spiel ist wegen seines umfangreichen Regelsatzes nicht einfach zu lernen, ist aber genau deshalb auch sehr vielfältig und variantenreich.

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Schafkopf-Tarock-Blatt.

In Österreich, aber auch in Bayern und Ungarn, ist vor allem das Schnapsen sehr beliebt, während in der Schweiz das Jassen als Nationalspiel angesehen wird. Im gesamten deutschsprachigen Raum wird außerdem besonders gerne Schwimmen, Watten, Rommé (oder Rummy), Mau Mau und Uno gespielt, während Spiele wie Bridge und Canasta ein wenig aus der Mode gekommen sind.

Weitere Kartenspiele, die vor allem regionale Verbreitung finden sind Schafkopf, Doppelkopf, Binokel, Hearts, Arschloch, Einundfünfzig, 17 und 4, Schweinchen, Hund, Schummellieschen, Klammern, Schnapsen, Canasta, Gaigel, Patience, Herzeln oder Tarock.

Blackjack und Poker sind klassische Casinospiele, aber gerade Poker hat erst in den letzten 15 Jahren dramatisch an Beliebtheit in den DACH-Staaten zugenommen. Der Streit darum, bei welchen Spielen es sich um reines Glücksspiel handelt, ist durch die Jahrhunderte ungebrochen und wird wohl auch weiterhin anhalten, zumindest solange die Gesetze von Menschen gemacht werden, die die Materie nicht beherrschen.

Auch wenn sich die Spiele im Lauf der Zeit ändern, ist die Popularität von Kartenspielen ungebrochen, und das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Dank des Internets sind Kartenspiele nun überall und jederzeit verfügbar, und das ist gerade für Spiele, bei denen man eine bestimmte Spielerzahl benötigt – wie etwa drei Spieler für Skat – besonders hilfreich.

Kartenblätter – deutsches und französisches Blatt

Die Vielfalt der Kartenspielkultur in Mitteleuropa zeigt sich in den unterschiedlichen Erscheinungsformen der Kartendecks, aber auch in der Zahl der Karten, die das Deck eines Spiels aufweist.

Skat wird zum Beispiel mit einem 32-Blatt gespielt, das nur Karten von Ass bis Sieben sowie Buben, Damen und Könige beinhaltet. Als Deck wird meistens das Französische Blatt verwendet, ggf. mit deutschen Farben, aber auch das Altenburger Blatt.

Es klingt zwar paradox, dass ausgerechnet das Nationalspiel der Deutschen mit dem französischen Blatt gespielt wird, aber tatsächlich ist das Französische Blatt in Deutschland weiter verbreitet das die verschiedenen deutschen Blätter, die hauptsächlich im Südosten des Landes sowie in Österreich und der Schweiz gespielt werden.

Für Spiele wie Doppelkopf oder Schafkopf werden „kurze“ Doppeldecks verwendet, zumeist mit deutschem oder bayrischem Bild. „Kurz“ bedeutet hier, dass alle Karten unter Neun bzw. Zehn fehlen. Dafür ist aber jede Karte doppelt vorhanden, sodass Schafkopf mit einem 48er und Doppelkopf mit einem 40er Blatt gespielt wird.

Poker, Rommé und Blackjack werden mit kompletten 52er Decks gespielt, genauer gesagt sogar mit mehreren, mit Ausnahme von Poker.

Hier finden Sie einige Blätter im Bild.

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Doppeldeutsches Blatt.

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Französisches Skatblatt.

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Spanisch-italienisches Blatt.

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Ungarisches Blatt.

Namen und Motive

Ebenso wie die Namen der Kartenfarben sich unterscheiden, haben auch die Bildkarten unterschiedliche Bezeichnungen und völlig unterschiedliche Motive. Am interessantesten ist die Symbolik des Französischen Blatts mit seiner Auswahl an biblischen, mythischen und historischen Persönlichkeiten.

Französisches Blatt

 

Kreuz

Pik

Herz

Karo

König

Alexander der Große

David

Karl der Große

Julius Cäsar

Dame

Juno

Pallas Athene

Judith

Rachel

Bube

Lancelot

Hogier

Étienne de Vignolles

Hektor

Fun Fact: Der Herzkönig wird in den USA auch als „Suicide King“ (Selbstmordkönig) bezeichnet, weil es mit etwas Einbildung so aussieht, als ob der König sich sein eigenes Schwert in den Kopf sticht.. Eines der berühmtesten Pokerbücher trägt den Titel „The banker, the professor, and the suicide king“.

Im deutschen Blatt wird aus Kreuz Eichel, aus Pik Laub und aus Karo Schelle. Herz bleibt Herz. Beim so genannten doppeldeutschen Blatt – das bezieht sich auf die vertikale Spiegelachse in der Mitte der Bildkarten – gibt es eine Ausgabe mit Charakteren von Friedrich Schillers Drama Wilhelm Tell. Obwohl Tell eine Nationalfigur der Schweiz ist, ist dieses Blatt merkwürdigerweise bei den Eidgenossen fast unbekannt.

Das Ass im deutschen Kartenspiel

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Doppelkopfblatt mit 40 Karten.

Das Ass, auch „Daus“ genannt, ist die höchste Karte im Spiel, obwohl sie ja eigentlich die Eins darstellt. Der Begriff „Ass“ oder „As“ geht auf die kleinste römische Längeneinheit zurück: das „as“.

Der vor allem in der südlichen deutschsprachigen Region noch erhaltene Name „Daus“ leitet sich vom französischen Wort „deux“ für zwei her, denn ursprünglich war dies tatsächlich die Zwei.

Das Ass erfährt in manchen Decks eine besondere, bevorzugte Behandlung. Auf dem anglo-amerikanischen Blatt wird das Ass etwa besonders geschmückt.