II. World of Warcraft - Achtung Suchtgefahr?
Teil 2: Ist WoW eine Sucht?
“Das macht so viel Spaß, das es süchtig macht” Diese Redewendung ist wohl allen bekannt und sie wird eher mit etwas Positivem behaftet- zumindest wenn man über “harmlose” Dinge spricht wie Schokolade beispielweise. Doch bei Videospielen, insbesondere WoW hat dieser Ausdruck durchaus etwas Negatives an sich. Denn wie auch die allseits beliebte Schokolade, Bergen auch Videospiele ein gewisses Suchtpotenzial. Die Frage ist nur, ob man sich als Konsument dieser Tatsache bewusst ist.
Selbsterkenntnis: der richtige Weg
Auf die Frage, ob die Teilnehmer denken, dass Sie mehr spielen, als sie eigentlich wollen oder sollten antworteten73,1% mit ”ja”. Die Mehrheit der Teilnehmenden Spieler hat demnach ein gewissen Suchtpotenzial des Spieles erkannt. Von denjenigen, die diese Frage verneiten, spielten 89% laut eigenen Angaben 2 bis 3 Mal in der Woche bzw. seltener.
Aufhören ist nicht immer leicht
Wer hat das nicht schon mal erlebt: Man geht ins Geschäft mit dem Vorsatz, nur dieses eine Teil zu kaufen, aber man verlässt das Geschäft dann doch mit der einen oder anderen Ware mehr. Mit Dingen, die uns gefallen ist es oft nicht leicht aufzuhören- sonst würden sie auch keinen Spaß machen. Auch unter WoW Spielern gab es den ein oder anderen Moment, wo man sich zum aufhören zwingen musste.
Der Moment zum Aufhören hängt bei den meisten Teilnehmern mit Beruf/ Studium/ Schule zusammen. Wenn man noch für eine Prüfung lernen musste oder schlafen gehen musste, da morgens di Pflicht ruft war der Hauptgrund zum aufhören. Ein Teilnehmer dazu:
”Wie viele andere Dinge, dient mir spielen auch dazu, unangenehme Pflichten hinauszuzögern. Wenn das Ende der Herauszögerungsfrist naht, zwinge ich mich, den unangenehmen Pflichten nachzugehen, und mit dem Spiel aufzuhören.”
Aber auch die soziale Komponente ist bei den Spielern ein wichtiger Grund zum aufhören. Wenn man sich mit Freunden verabredet hat oder sich bewusst geworden ist, dass man diese vernachlässigt hat. Für einen der Teilnehmer kam diese Erkenntnis leider zu spät, er verlor durch extensives Spielen einen guten Freund.

Wann ist Spielen eine Sucht?
Wie bei vielen psychischen Krankheiten ist auch bei der Spielsucht die Grenze zu gesund fließend. Derzeit hat die Weltgesundheitsorganisation nur eine Definition, die sich auf das Glücksspiel bezieht (Auszug aus dem ICD-10, Kapitel V, F63.0):
Definition: Pathologisches Spielen
Die Störung besteht in häufigem und wiederholtem episodenhaften Glücksspiel, das die Lebensführung des betroffenen Patienten beherrscht und zum Verfall der sozialen, beruflichen, materiellen und familiären Werte und Verpflichtungen führt.
Doch wie verhält es sich bei anderen Spielen? Auch dazu haben wir die Teilnehmer befragt. Deren Interpretertionen sind breit gefächert. Für manche ist eine Sucht gegeben, wenn man täglich spielt. Andere jedoch beschreiben eine Spielsucht ähnlich der Definition des WHO, wenn man die vom Glücksspiel auf WoW ableitet:
“Viele Spieler versuchen sich durch das Spiel (sei es nun WoW oder das kalssische Geldverzocken) Befriedigung zu verschaffen, die es durch erhalten eines im Spiel wichtigen Gegenstand oder einen Geldgewinn erlangen kann. Wenn diese Personen familäre oder berufliche Probleme hat, wird das Bedürfniss nach Ruhm natürlich verstärkt. […]”
Lesen Sie im dritten Teil, wie sich die Spieler selbst helfen und was sie gefährdeten Menschen empfehlen, um sich vor einer Sucht zu schützen.
Möchten Sie unsere Analyse kommentieren, dann können Sie uns gerne über das Kontaktformular, auf Twitter oder bei den Lokalisten anschreiben.
