Roulette

Die Königsdisziplin des Glücksspiels

Roulette – das ist nicht nur der Name des beliebtesten Casinospiels der Welt. Es ist auch ein Begriff, der seit Jahrhunderten fasziniert, bei dem Geschichte mitschwingt und der Inbegriff ist für den Traum vom schnellen Geld.

Grund dafür sind die zahllosen Geschichten, die sich um das Spiel ranken. Roulette ist ein Spiel mit einfachen Regeln, aber vielen verschiedenen Spielmöglichkeiten. Auch deshalb hat das Spiel bis heute nichts von seiner Faszination verloren.

Aufgrund seiner spezifischen Eigenschaften ist Roulette auch online zu einem modernen Klassiker geworden. Bei uns können Sie kostenlos Online-Roulette spielen, um zu üben und verschiedene Systeme auszuprobieren.

Auf dieser Seite finden Sie alle Informationen, die Sie benötigen, um Roulette zu lernen, zu spielen und zu lieben. Von der Entwicklung des Spiels über ein detailliertes Regelwerk bis hin zu weiterführenden Informationen über Roulette-Literatur und die berühmtesten Betrüger, die je versucht haben, mit unlauteren Mitteln Profit zu machen.

Tauchen Sie ein in die einzigartige Welt von Roulette, der Königin der Casinospiele.

Online Roulette

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Einführung mit Geschichtsabriss

Blaise Pascal
Blaise Pascal

Ein Spiel praktisch ohne Hausvorteil, eine Zerstreuung, ein Amüsement für eine gelangweilten Aristokratie, dies war die Geburtsstunde des Roulettes.

Der genaue Erfinder des Roulettes ist unbekannt.

Viele schreiben diese revolutionäre Spielidee dem französischen Mathematiker Blaise Pascal zu, der zwar ein namhafter Pionier der Wahrscheinlichkeitsrechnung, nicht aber der Entwickler des Roulettes ist. Andere Theorien sehen den Ursprung in einem Zahlenspiel in Italien. Immerhin bezeichnete Meyers Konversationslexikon das Große Roulette mit den 38 Zahlen 00, 0, 1–36 noch um 1900 als Italienisches Roulette.

Sicher ist, dass sich Roulette im 18. Jahrhundert als beliebter Zeitvertreib an den Adelshöfen von Frankreich - gegen den vergeblichen Widerstand  - von Ludwig XV etablierte.

Napoleon Bonaparte
Napoleon Bonaparte

1806 genehmigte Napoleon Bonaparte offiziell das Glücksspiel in den Spielhäusern des Pariser Palais Royal, und legalisierte dank diesem Dekret auch das Roulettespiel. Der unaufhörliche Siegeszug der kleinen weißen Elfenbeinkugel begann, und seit mehr als dreihundert Jahren suchen Spieler nicht nur ihr Glück und Unterhaltung, sondern auch ihre größte Gewinnchance zu ergründen - und vor allem zu berechnen.

Mit welcher Wahrscheinlichkeit fällt die eine oder andere Zahl, kommt Noir oder rouge, pair oder impair, passe oder manque?

Spieler aus Passion, Gelegenheitsspieler, aber auch einfach nur mathematisch bzw. physikalisch interessierte Roulette-Enthusiasten bemühen sich seitdem inständig Zusammenhänge und Gewinngarantien in Serien, Annoncen, Finalen oder Zahlenkolonnen zu erfassen.

Ihr kreatives Potential ist immens.

Es gibt:

  • Mathematische Strategien, in denen Spieler mit Einsätzen in gleich bleibender Höhe – so genannter Masse égale - operieren.
  • Mathematische Strategien, in denen der Spieler im Verlustfall erhöhte variable Einsätze -sogenannten Progressionen setzt (Martingale classique, Montante Américaine, Montante Hollandaise, Progression d´Alembert, um nur die bekanntesten zu nennen).
  • Physikalische Strategien, mit denen durch im Kessel bedingte technische Unregelmäßigkeiten, aus der geschätzten Geschwindigkeit des Drehkreuzes und der Kugel, oder der unterstellten stets gleichförmigen Wurftechnik des Croupiers Favoriten für bestimmte Zahlen gesucht und bespielt werden.

Einer Strategie nach der anderen tauchte auf. Statistiken wurden erhoben, regelhafte Muster in Formeln gepresst, immer auf der zwanghaften Suche nach der einen, der sicheren Gewinngarantie.

Eine Suche, die bis heute andauert.


Regelwerk

Französisches Roulette
Französisches Roulette
Amerikanisches Roulette
Amerikanisches Roulette

Roulette besteht aus dem Spielfeld, einem Tableau sowie dem Roulettekessel mit einer Kugel.

Der Spielablauf des Roulettes variiert je nach Land und Region. Die bekanntesten sind das Französische und das Amerikanische Roulette, auf die wir uns in dieser Beschreibung deshalb auch beschränken.

Im Europäischen oder Französischen Roulette besitzt der Roulettekessel 37 Felder mit 36 Nummern und einer Null. Beim Amerikanischen Roulette verfügen die Roulettekessel über zwei Nullen und damit 38 Felder. Gemeinsam ist ihnen das optisch auffälligste, diese vollkommene Symmetrie von Rot (Rouge) und Schwarz (Noir). Gleichmäßig, nur einmal unterbrochen von der grünen Null (bzw. im Amerikanischen Roulette zusätzlichen von der grünen Doppel-Null), folgt an jedem Roulettetisch jeweils direkt auf eine rote Zahl eine schwarze Zahl.

Die Anordnung dieser Zahlen ist jedoch unterschiedlich. (Weitere Details über die willkürlich erscheinende Folge der Roulette-Zahlen finden Sie in:  Die Irrtürmer 2: Die Zahlenabfolge im Roulette.)

Ziel ist es, in jedem einzelnen Spiel (Coup) im Vorhinein zu bestimmen, auf welche Zahl die Kugel fallen wird. Mit der Aufforderung „Faites vos jeux!“ („Machen Sie Ihr Spiel!“, engl. „Make your bets!“) bittet der Croupier die Spieler um ihre Einsätze. Diese werden mit Jetons geleistet. Entweder legt der Spieler selbst seine Jetons auf das Tableau oder er fordert den Croupier auf, dies für ihn zu tun und nennt (annonciert) die Zahl oder Zahlengruppe, auf die er setzen möchte. Die Einsätze müssen zumindest das an jedem Tisch angegebene Minimum betragen und dürfen das ebenfalls festgeschriebene Maximum nicht überschreiten.

Mit der Absage „Rien ne va Plus“ wird der Zeitraum in dem die Einsätze getätigt werden konnten beendet, und der Croupier wirft die Kugel entgegen der Drehrichtung der Scheibe in den Kessel ein. Im Anschluss, sagt er laut die ermittelte Gewinnzahl an, und alle Chancen, die mit der siegreichen Nummer zusammenhängen werden nach festgelegten Quoten ausgezahlt.

Roulette gilt als das fairste Glücksspiel der Welt. Dieser gerechtfertigte Ruf begründet sich auf dem geringen Haus- oder Bankvorteil. Der Bankvorteil im Roulette beruht auf der Regel, dass wenn die Kugel in der Null liegen bleibt, alle Einsätze, die nicht auf die Null gewettet haben, verlieren. Er beträgt bei der Französischen Variante 1/37 = 2,7 % und bei einfacher Chance (Noir oder rouge, pair oder impair, passe oder manque) sogar nur 1,35 %, da im Französischen Roulette, die Bank zu diesen Wetten nicht den gesamten Einsatz, sondern nur die Hälfte der gesetzten Summe einbehält.


Durch die Doppel-Null (Double Zero) ist der Bankvorteil in der Amerikanischen Variante mit 2/38 = 5,26 % wesentlich größer als in Europa.  Hinzu kommt, dass die Einsätze bei der Null und der Doppel- Null in voller Höhe verlieren.

(Lesen Sie hierzu auch:   Warum nicht Las Vegas .)

 

Setzmöglichkeiten

Einfache Chancen

Die beliebteste Wette beim Roulette ist die auf einfache Chancen. Die Nummern 1–36 teilen sich auf drei verschiedene Arten in Zahlengruppen zu je 18 Nummern ein, diese sind:

  • Rouge (Rot, engl. Red) und Noir (Schwarz, engl. Black),
  • Impair (Ungerade, engl. Odd) und Pair (Gerade, engl. Even), sowie
  • Manque (Niedrig, engl. 1–18) und Passe (Hoch, engl. 19–36)

Richtig gesetzt erhalten Sie einen 1:1-Gewinn ausbezahlt.

Mehrfache Chancen

Für die Mehrfachchancen bestehen eine Vielzahl von Alternativen, von denen wir hier die Wichtigsten nennen.

  • Plein, engl. Full number: Sie setzen auf eine der 37 beim Amerikanischen Roulette 38 Zahlen, die Auszahlungsquote beträgt 35:1.
    Cheval, engl. Split: Sie setzen auf zwei auf dem Tableau benachbarte Zahlen, z. B. 0/2 oder 13/14 oder 27/30, die Auszahlungsquote beträgt 17:1 (im Bild der rote Chip links).
  • Transversale pleine, engl. Street: Sie setzen auf die drei Zahlen einer Querreihe des Tableaus, also z. B. 19, 20 und 21, die Auszahlungsquote beträgt 11:1. Tätigen Sie den Einsatz nicht selbst und bitten den Croupier, die Jetons zu platzieren, so nennen Sie bei einer Wette auf eine Zahlengruppe immer die niedrigste und die höchste Nummer.
  • Les trois premiers, engl. First three: Sie wetten auf die ersten drei Nummern, d. h. auf 0, 1 und 2; die Auszahlungsquote beträgt wie bei der Transversale pleine 11:1.
  • Carré, engl. Corner: Sie setzen auf vier auf dem Tableau angrenzende Nummern, z. B. 23/24/26/27. Die entsprechende Annonce lautet „Carré 23–27“; die Auszahlungsquote beträgt 8:1 (im Bild links die blauen Chips).
  • Les quatre premiers, engl. First four: Sie setzen auf die ersten vier Zahlen, d. h. auf 0, 1, 2 und 3. Die Auszahlungsquote beträgt wie beim Carré 8:1.
  • Transversale simple, engl. Six line: Sie setzen auf die sechs Zahlen zweier aufeinanderfolgender Querreihen des Tableaus, z. B. auf die Zahlen 4, 5, 6, 7, 8 und 9. Die entsprechende Annonce lautet „Transversale 4–9“, die Auszahlungsquote beträgt 5:1 (im Bild die orangen Chips rechts).
  • Douzaines, engl. Dozens: Die Zahlen 1–36 sind in drei Dutzende eingeteilt, die Gewinnquote beträgt jeweils 2:1
  • 12P, Premier, engl. First dozen. Erstes Dutzend, die Zahlen 1–12
  • 12M, Milieu, engl. Second dozen. Mittleres Dutzend, die Zahlen 13–24
  • 12D, Dernier, engl. Third dozen: Letztes Dutzend, die Zahlen 25–36
  • Colonnes, engl. Columns: Eine andere Einteilung in drei Gruppen von jeweils 12 Zahlen bilden die Kolonnen, die Gewinnquote beträgt so wie bei den Dutzenden jeweils 2:1.
  • Colonne 34: Die erste Kolonne umfasst die Zahlen 1, 4, 7, 10, …, 34
  • Colonne 35: Die mittlere Kolonne umfasst die Zahlen 2, 5, 8, 11, …, 35
  • Colonne 36: Die letzte Kolonne umfasst die Zahlen 3, 6, 9, 12, …, 36.

(Weitere Setzmöglichkeiten - Große Serie,  Kleine Serie, Orphelins. Finalen, Spiel 7/9, Spiel 3/4 finden Sie in:  Serien, Finalen. Annoncen.)

 

Online- und Live-Roulette

Online-Roulette entwickelt sich immer mehr zu einer der populärsten Spielformen im Internet. Jeden Tag hoffen tausende neuer Online-Spieler weltweit auf ihr Glück. Es bestehen jedoch einige große Unterschiede zu einem Live-Spiel.

Online Roulette

Das glamouröse, elegante Ambiente der Casinos und Spielbanken, die Atmosphäre, die Anspannung, die Lust und Gier der Spieler; laute Freudenschreie oder vor Entsetzen gezeichnete fahle Gesichter, die zusehen müssen, wie sie all ihr Geld verlieren, das erlebt man nur im Live-Casino. Und hier agieren natürlich die Croupiers, das Initial! Sie bringen die Kugel ins Rollen. Mit ihnen beginnt das Spiel im Live Casino, und wie überall ist auch hier der Faktor Mensch eine Variable mit Schwächen und Stärken.

Beim Online Roulette dagegen generiert ein Algorithmus neutral und unbeeinflusst die Zufallsfolge der Zahlen. Währenddessen Sie genüsslich ihr Spiel - ohne Zeitdruck - in Ihren eigenen, vertrauten Vier-Wänden aufbauen können.  

Dieses ist ein ganz entscheidender Vorteil im Online- Roulette. Hier müssen Sie nicht binnen Sekunden entscheiden, ob und wie Sie noch wetten möchten. Kein Croupier setzt Sie unter Druck und kündigt an: „Nichts geht mehr!“  Beim Online-Roulette wird das Rad erst gedreht, wenn der Spieler alle Wetten platziert hat. Sie bestimmen ihr Tempo und ihren Rhythmus, gleich wie viel Zeit Sie  dafür benötigen.

Im Gegensatz zu einem Live-Casino, in dem die Spieler immer ihr reales Geld riskieren, besitzen Sie beim Online Roulette die Möglichkeit, zwischen Spielgeld und Echtgeld zu wählen. Bei Spielgeld wird kein echtes Geld eingesetzt, sondern Sie spielen mit und um virtuelle Roulette-Chips ohne monetären Wert. Online Roulette mit Spielgeld ist eine kostenlose Unterhaltungsform, die vor allem zum Zeitvertreib genutzt wird.  Spielgeldspieler tendieren allerdings dazu leichtsinniger zu agieren und sollten ihr Spielverhalten, bevor sie mit Echtgeld hantieren, auf jeden Fall kritisch überprüfen.

Inzwischen können Sie auch im Online Casino Live Roulette spielen. Echte Dealer aus Fleisch und Blut erhalten ihre Anweisungen via Webcam. Die professionellen Croupiers befinden sich dabei im realen Casino der Online Website, und die Spieler nehmen als Gast virtuell am Tisch Platz.

 

Gratis-Roulette

Ob als Training oder als Unterhaltung, kostenloses Roulette mit Spielgeld ist ein kurzweiliger Zeitvertreib. Weltweit sind Millionen Spieler in der Zwischenzeit von diesem risikofreien Roulettevirus infiziert. Sie gehen ihrer Leidenschaft für das Roulettespiel dank dieses Angebots sorgen- und kostenfrei nach. Ausschlaggebend für den Genuss beim Gratis Roulette online Spielen ist die verwendete Software. Wenn diese nicht detailliert und einwandfrei funktioniert, wird kein erfolgreiches Spiel möglich sein.

Wir empfehlen Ihnen deshalb unser Gratis-Roulette–Flashgame. Mit diesem flashbasierten Gratis Roulette Spiel erleben Sie sicheren Spielspaß zu jeder Zeit und an jedem Ort. Ohne Download, ohne Geldeinsatz. Sie werden es lieben.

 

Wahrscheinlichkeiten und Strategien

Akribisch notieren sich viele Spieler die Zahlen (Permanenzen), die an den unterschiedlichen Tischen gefallen sind, mit.

Sie glauben, dass mathematische Gesetze existieren, die einen Ausgleich aller Zahlen oder die Unterbrechung von verschieden Serien statistisch belegen.

Um jeden gleich diese Hoffnung zu nehmen;  es existiert keine mathematische Logik, die ein Spiel dahin gehend  unterstützt, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt oder einer bestimmten Anzahl von Coups (Spielen) eine statistisch höhere Wahrscheinlichkeit für einen Gewinn besteht.

Die bekanntesten mathematischen Gesetze, die sich aus der Wahrscheinlichkeitsrechnung (insbesondere dem Gesetz der großen Zahlen) ableiten und auf denen diese Fehlinterpretationen beruhen, sind:

Die Gesetze des Ausgleichs (Equilibre) und der Abweichung (Ecarts) 

Das Gesetz der großen Zahlen besagt, dass im langfristigen Mittel alle 37 Zahlen mit der gleichen relativen Häufigkeit von 1/37 = 2,7 % auftreten. Dieses Gesetz verleitet viele  Spieler zu dem Trugschluss dass bei einer langen Abfolge von Spielen alle Zahlen im Mittel gleich oft erscheinen (Ausgleich=Equilibre).

 

Die Gesetze der Figuren und Serien

 

Wenn man eine unendliche Folge von Rouge-Noir-Spielen (Permanenz) in gleich lange Abschnitte (Gitterung) von jeweils k Spielen unterteilt so sind insgesamt 2hochk verschiedene Muster möglich. Nach dem Gesetz der großen Zahlen treten all diese Figuren mit der gleichen relativen Häufigkeit von 2hoch-k auf

 

Das Gesetz der Unendlichkeit der Permanenz 

Wählt man aus einer unendlichen Folge von erschienenen Roulettezahlen eine Teilfolge aus, so dass man nur z.B. die Spiele Nr. 2, 4, 6. 8, 10....betrachtet, so besitzt diese neue Zufallsfolge dieselben Eigenschaften, wie die ursprüngliche Folge. Für die Gewinnung einer Zufallsfolge ist es deshalb völlig unerheblich ob die Zahlen in fortlaufender Reihenfolge an ein und demselben Tisch notiert werden, oder ob man zwischendurch einige Spiele nicht notiert und die Folge mit den Zahlen eines anderen Tischs fortsetzt.

Unterstellen wir jetzt eine Zufallsfolge und, um den Zusatz unter Berücksichtigung von Zero nicht immer verwenden zu müssen, betrachten wir im Folgenden stets Serien von Rouge oder Noir Spielen.

Für eine unendliche Folge von Spielen gilt nach dem Gesetz der großen Zahlen dass im langfristigen Mittel  Rouge und Noir mit der gleichen relativen Häufigkeit von 50% auftreten.

Mit jedem Coup (Spiel) nähert sich die empirische Häufigkeit (der Quotient aus der Anzahl der Spiele mit Rouge durch die Anzahl der Spiele insgesamt) zwar immer mehr dem Wahrscheinlichkeitswert von ½, doch bedeutet dies natürlich nicht, dass dieser relative Ausgleich auch einen absoluten Ausgleich zu einem bestimmten Zeitpunkt nach sich zieht. Hier liegt für den Spieler das unlösbare Problem.

Aus stochastischer (Wahrscheinlichkeitsrechnung) Sicht sind diese Permanenzen vollkommen irrelevant, da die Roulette-Kugel eine auf dem Zufall beruhende Maschine ohne Gedächtnis ist. Jeder neue Coup (Spiel) ist von den vorangegangenen Coups vollkommen unabhängig. Wenn also die Kugel z.B. fünfmal hintereinander auf Rouge gefallen ist, so ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass im nächsten Coup wieder Rouge fällt weder gestiegen noch gesunken sondern beträgt immer noch 50%.

Alle im ersten Kapitel dieses Artikels Einführung mit Geschichtsabriss genannten mathematischen Roulette-Strategien basieren auf diesen Gesetzen und versagen deshalb in der Realität.

Die am weitesten verbreitete ist jedoch die Martingale Strategie.

Gerade ihre einfache Logik verführt erfahrene Spieler und Neueinsteiger dazu, sich mit ihr auseinanderzusetzen. Selbstverständlich ist sie keine sichere Gewinn-Strategie, sonst wären schon längst sämtliche Casinos ihrer Existenz beraubt.

 Das Prinzip ist in der Theorie ganz simpel. Wenn der Spieler verliert, bleibt er bei der gewählten Chance (Noir- Rouge, Pair – Impair, Manque – Passe) und verdoppelt kontinuierlich seinen Einsatz solange bis er schließlich gewinnt. 1 – 2 – 4 – 8 – 16 – 32 – 64 – usw. Nach der Wahrscheinlichkeitstheorie muss irgendwann die Serie unterbrochen werden. Er gewinnt (wohlgemerkt 1 Einheit) und beginnt wieder von vorne.  Das mathematische Prinzip stimmt natürlich, aber garantiert nur bei unbegrenzten Geldmitteln, Zeit und Einsatzhöhen einen Gewinn. Abgesehen davon, dass nur die wenigsten über die hierfür benötigten Geldmittel verfügen, verhindert dazu dieses auch, das von jedem Casino vorgegeben Maximum an den einzelnen Roulettetischen

Die Martingale Methode erfordert enorme finanzielle Mittel, birgt zahllose Risiken und sollte im Roulette-Spiel nicht angewendet werden.

 

Betrügen und Betrüger

„Wenn das Glück sich mir verweigert so erzwinge ich es mir durch Betrug.“ Solch ein Denken in den Casinos bewahrheitet sich nicht als Ausnahme, sondern aufgedeckter Roulette-Betrug bestimmt immer häufiger die Schlagzeigen diverser Zeitungen.

Monte Carlo, Bad Kissingen, Stuttgart, Duisburg, Hamburg, Bad Dürkheim oder Lugano überall wurden in den letzten Jahren dreiste Betrügereien in den Casinos aufgedeckt, und stets waren neben den Spielern auch einige Croupiers involviert.

Eine Begründung für die massiv steigende Anzahl der Betrugsvorfälle wird vor allem in der immer weiter fortgeführten Umstellung von Französischen auf Amerikanische Roulettetische (nicht zu verwechseln mit Amerikanischen Roulette – in Europa wird auch an den Amerikanischen Roulettetischen mit nur einer 0 gespielt) angesehen.

Der Unterschied: im Gegensatz zu den glamourösen französischen Roulettetischen, an denen in einem Team mindestens 4 Croupiers arbeiten. Tischcroupier – Saladier – Kopfcroupier – Wurfcroupier, (detaillierte Ausführungen zu deren Aufgaben finden Sie in unserem Blogbeitrag Die Irrtürmer 3: Der Croupier, Teil der Roulettemechanik )  arbeiten an den amerikanischen Roulettetischen in einem Team nur 2 Croupiers.

Beabsichtigen die Croupiers zu betrügen, gibt es dementsprechend weniger Mitwisser. Die Spieler sind dazu geiziger geworden. Ein Trinkgeld wird zwar gewünscht, ist aber nicht verpflichtend. Der Tronc (Trinkgeldkasse), aus dem die Gehälter der Croupiers beglichen werden, reicht nicht mehr aus um vier Croupiers zu entlohnen. Gleichzeitig impliziert dieser Rückgang insgesamt niedrigere Gehälter für die Croupiers. Ein Umstand, der die Bereitschaft zu betrügen fördert.

Die bevorzugten Varianten der betrügerischen Zusammenarbeit zwischen Spieler und Croupier sind:

 Die Croupiers gewähren dem Spieler die Möglichkeit nach dem Fall der Kugel schnell noch Jetons auf die Gewinnfelder zu verschieben oder Verlustjetons zu entfernen. (Lesen Sie hierzu auch: Gerichtsverfahren gegen Stuttgarter Croupiers .)

 

Die Annonce

Bei einer sogenannten Annonce überreicht ein Spieler dem erhöht sitzenden Chef Croupier einen Zettel, auf dem die Nummer oder die Serie, die er setzen möchte, vermerkt ist, sowie den zu setzenden Betrag in Chips. Die Vorschrift verlangt, dass die Annonce laut verkündet und von dem Chef Croupier wiederholt werden muss. Bei beabsichtigtem Betrug gibt der Chefcroupier die sich in seiner Hand befindliche Annonce nicht vor dem Spiel, sondern erst nach dem Spiel bekannt.

Er wählt dabei eine Bekanntgabe nur,  wenn die Kugel einen Gewinn erzielt. Hier muss auch noch der Zahlcroupier kooperieren, der den Gewinn, den Spieler auszahlt, bei Verlust die Chips aber stehen lässt.

Um weitere Betrügereien zu begrenzen, gehen die Casinos gegen diese Methoden jetzt mit High Tech und einem neu entwickelten Kamerasystem vor.

Alle diese Betrügereien belegen keine besondere Intelligenz sondern nur Gier. Es gibt aber auch diese kleinen amüsanten Geschichten von berühmten Roulette-Betrügern,  die den Nimbus des Roulettespiels mit begründen.

 

Charles Deville Wells

Charles Deville Wells
Charles Deville Wells

Im Juli des Jahres 1891 betrat ein gewisser Charles Deville Wells das Casino de Monte Carlo mit £ 4.000, sprengte die Bank zwölf Mal und gewann insgesamt eine Million französische Francs. In der intensivsten seiner Glückssträhnen gewann er bei 30 aufeinander folgenden Ziehungen insgesamt 23 Mal.

Im November des gleichen Jahres kehrte Wells wieder zurück nach Monte Carlo – und gewann wieder. Während dieses Besuchs machte er eine weitere Million Francs in drei Tagen. Ihm gelang u.a. die erfolgreiche Wette auf die Nummer “5″, die tatsächlich in fünf aufeinander folgenden Ziehungen kam. Im Winter 1892 reiste Wells mit seiner Geliebten auf einer großen dampfbetriebenen Yacht erneut nach Monte Carlo. Dort angekommen sprengte Wells die Bank weitere sechs Mal. Dann aber verlor er sein gesamtes Geld in kürzester Zeit.

Bis zum Schluss wurde nicht aufgedeckt, wie Charles Deville Wells das Casino manipulierte. Ungeachtet dessen wurde Wells in Old Bailey des Betrugs für schuldig befunden und zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.

(Mehr dazu finden Sie auch in: Millionengewinn im Roulette.)

 

Richard Marcus

Richard Marcus
Richard Marcus

Mit seinem großen Talent ist es Richard Marcus gelungen, sich zu einer lebenden Legende unter den Casinobetrügern zu erheben. Im Laufe seiner Karriere erleichterte er die Casinos um mehr als 5 Millionen Dollar. Sie kennen den Satz: Zwischen Genie und Wahnsinn verläuft nur ein schmaler Grat. Ähnliches gilt auch für einen brillanten Spieler und einem brillanten Betrüger.

Beide verfügen über vergleichbare Fähigkeiten. Sie beherrschen das Spiel perfekt, sind intelligent und risikobereit, besitzen ein exzellentes Nervenkostüm und gehen kalkuliert in gefährlichen Situationen vor. Besonders wichtig aber, sie wissen, wann sie sich zurückhalten und besser verzichten sollten. Deshalb ist es nicht überraschend, dass Richard Marcus, bevor er seiner Berufung als Betrüger folgte, auch ein ausgezeichneter Spieler und Dealer war.

Allerdings wurde auch Richard Marcus schließlich überführt und verurteilt.

(Details zu seinem bekanntesten Coup, dem „Savannah-Trick“, finden Sie in Roulette Betrug – Der Striptease Trick.)

 

Bücher

Wenn Sie mehr über Roulette erfahren und Ihre Kenntnisse vertiefen möchten, führt kein Weg an der Literatur vorbei. Es gibt zahllose Bücher zu Roulette, und die Liste unten soll nur ein kleiner Ausschnitt sein.

In diesen Büchern erfahren Sie mehr darüber, welche Strategien es gibt und wie Sie funktionieren. Erfahrene Autoren führen tief gehende Analysen durch und vermitteln Ihnen ein noch besseres Spielgefühl für Roulette.

Roulette. Das Spiel - Die Regeln - Die Chancen

Roulette. Das Spiel - Die Regeln - Die Chancen

Autor:
Volker Weber

Roulette. Roulette. Der Weg zum Erfolg: Der Ratgeber für die Praxis

Roulette. Der Weg zum Erfolg: Der Ratgeber für die Praxis

Autor:
Sieghard Müller

Roulette. Regeln, Chancen, Strategien

Roulette. Regeln, Chancen, Strategien

Autor:
Ludwig von Graph

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